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30.11.2016

Erfolg im Job ist auch mit Rheuma möglich

Am 11. Oktober wurde der RheumaPreis 2016, der herausragende Lösungsansätze für die langfristige berufliche Einbindung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen würdigt, an drei chronisch kranke Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber verleihen. Die Initiative möchte Menschen mit Rheuma auch zur Entwicklung eigener beruflicher Perspektiven ermutigen - sei dies während der Ausbildung oder des Studiums, im generellen Verlauf des Berufslebens oder auch beim Aufbau einer Karriere.  

„Für uns steht die Qualifikation und Leistung unserer Mitarbeiter im Vordergrund. Für alles andere finden wir eine Lösung", erklärte einer der Preisträger, Thomas Schröder, Standortleiter bei Arvato Bertelsmann, bei der Preisverleihung. Diese Einstellung ist in der Arbeitswelt Deutschlands allerdings keine Selbstverständlichkeit.

Neben Arbeitgeber Arvato Bertelsmann und seiner Mitarbeiterin Petra Heim, ging der RheumaPreis dieses Jahr außerdem an Luisa Mota-Vogel und die Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Dortmund sowie an Matthias Harms und die PCK Raffinerie GmbH in Schwedt. Nach Angaben der Initiative RheumaPreis wurden diese Arbeitgeber prämiert, weil sie partnerschaftliche Lösungen gefunden haben, um ihren chronisch kranken Angestellten den Erhalt des Arbeitsplatzes zu ermöglichen - durch Weiterbildungsangebote, spezielle Ausstattungen des Arbeitsplatzes oder Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Eine wichtige Voraussetzung dafür sprach Fachingenieur Matthias Harms an: „Man bekommt nur Unterstützung, wenn der Arbeitgeber auch weiß, dass sie gebraucht wird." Deshalb könne Harms nur jedem empfehlen, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Die Preisträger haben Vorbildcharakter und regen zu mehr Offenheit im Umgang mit chronischen Erkrankungen wie Rheuma an. „Identifikationsfiguren wie die RheumaPreis-Träger sind gerade für junge Menschen mit Rheuma wichtig, denn sie zeigen, dass auch mit einer chronischen Erkrankung eine erfolgreiche Karriere möglich ist", erklärt Ursula Bouffier, Schirmherrin des diesjährigen RheumaPreises. Sie ist seit langem auch als Schirmherrin der Rheuma-Liga Hessen tätig und weiß, wovon sie spricht. „Mir ist es ein persönliches Anliegen, Initiativen zu fördern, die Menschen mit Rheuma zum offenen Dialog ermutigen und damit den Weg für ein besseres Verständnis chronischer Erkrankungen ebnet."

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises beginnen am häufigsten zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, insofern stehen Betroffene oft erst am Anfang oder mitten in ihrer beruflichen Laufbahn. Allein in Deutschland leiden 1,5 Millionen Erwachsene unter einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Zwölf Prozent der Erwerbstätigen mit rheumatoider Arthritis scheiden gegenwärtig innerhalb der ersten fünf Jahre ihrer Erkrankung aus dem Berufsleben aus. Dabei können bereits kleinere Änderungen der Organisationsabläufe oder Ausstattung der Arbeitsplätze ausreichen, um Menschen mit chronischen Erkrankungen die Erwerbstätigkeit zu erleichtern. Angesichts des demografischen Wandels - mit dem Alter der Erwerbsbevölkerung steigt auch der Anteil von Menschen mit chronischen Erkrankungen - wäre es wünschenswert, diesen Menschen eine langfristige Karriereperspektive bieten zu können und so auch wichtiges Know-How im Unternehmen zu halten.

Die Initiative "RheumaPreis", zu der 13 Organisationen - darunter auch die Rheuma-Liga, die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. und die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V. - zeichnet seit 2009 positive Beispiele aus, wie Unternehmen betroffene Rheumakranke vorbildlich integrieren und von ihrer Arbeitsleistung profitieren. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Der RheumaPreis wird auch im kommenden Jahr erneut ausgeschrieben. Informationen und Bewerbungsunterlagen sind ab Januar 2017 erhältlich unter http://www.rheumapreis.de/.

Quelle: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.



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