Internisten im Netz

News


11.01.2017

Körperliche Fitness schützt vor Berufsstress

Dass Fitness und Wohlbefinden miteinander einhergehen, ist bekannt. Doch körperlich fit zu sein, bietet auch Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn man sich durch Stress bei der Arbeit besonders belastet fühlt. Wie Sportwissenschaftler der Universität Basel und Kollegen aus Schweden berichten (siehe Medicine & Science in Sports & Exercise 2016, Band 48/11, Seite: 2075-2081) lohnt es sich gerade bei hoher Stressbelastung, körperlich aktiv zu bleiben. 

Psychosozialer Stress ist einer der wichtigsten Faktoren, die bei Berufstätigen zu krankheitsbedingten Fehltagen führen. Diese Art von Stress wird von einem eingeschränkten seelischen Wohlbefinden und erhöhten depressiven Symptomen begleitet. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Risikofaktoren wie hoher Blutdruck und ein ungünstiges Blutfettprofil. Umgekehrt ist eine gute Fitness mit weniger depressiven Symptomen und weniger kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert.

Die Daten aktueller Studie zeigen, dass körperliche Fitness vor allem dann Schutz bietet, wenn berufstätige Personen bei der Arbeit ein hohes Maß an Stress wahrnehmen. Dafür nahmen die Forscher die Fitness von knapp 200 schwedischen Arbeitnehmenden - 51% Männer, Durchschnittalter 39 Jahre - mithilfe eines sogenannten Fahrradergometer-Tests auf. Zudem erfassten sie verschiedene bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck, Body-Mass-Index, Cholesterol, Triglyceride und Glykohämoglobin. Die Teilnehmenden wurden schließlich gebeten, über ihr aktuelles Stressempfinden Auskunft zu geben.

Die Studie des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) der Universität Basel, des Institute of Stress Medicine sowie des Sahlgrenska University Hospital in Göteborg verdeutlicht erwartungsgemäß, dass gestresste Personen in den meisten kardiovaskulären Risikofaktoren höhere Werte aufweisen. Weiter ließ sich bestätigen, dass die kardiovaskuläre Fitness mit nahezu allen Risikofaktoren in Verbindung steht, wobei die Risikofaktoren bei körperlich Fitten weniger hoch ausgeprägt sind.

Die Forscher haben nachgewiesen, dass die individuelle Fitness sowohl die subjektive Stresswahrnehmung als auch die kardiovaskulären Risikofaktoren beeinflusst. Unter Personen, die ihren beruflichen Alltag als besonders stressig empfanden, waren die Unterschiede zwischen hohem, mittlerem und tiefem Fitnessniveau besonders stark ausgeprägt. So übersteigen beispielsweise bei hoher Stressbelastung die LDL-Cholesterol-Werte den klinisch relevanten Grenzwert, wenn Arbeitnehmer ein niedriges Fitnessniveau aufweisen - nicht aber bei Personen mit hoher Fitness. Bei geringer Stressbelastung wurden dagegen weitaus geringere Differenzen zwischen den Fitnessniveaus beobachtet.

„Diese Befunde sind vor allem deshalb wichtig, weil Menschen gerade bei Stress dazu neigen, sich weniger häufig körperlich aktiv zu betätigen", meint Prof. Dr. Markus Gerber von der Abteilung Sport und Psychosoziale Gesundheit des DSBG der Universität Basel. Weiter habe die Studie direkte Implikationen für die Therapie und Behandlung stressbezogener Erkrankungen.

Quelle: Universität Basel

 

 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Hepatitis C in vielen Fällen heilbar

Mit neuartigen Medikamenten sind Ärzte jetzt in der Lage, Hepatitis C zu heilen – in sehr kurzer Zeit und ohne die starken Nebenwirkungen, die bei früheren Therapien häufig zum Abbruch der Behandlung geführt haben.

zum Artikel...

Personen mit Rückenschmerzen gesucht

Die Rolle von Gedächtnis und Stress bei Patienten mit Rücken- schmerzen soll in einer aktuellen Studie untersucht werden. Gesucht werden Teilnehmer in einem Alter zwischen 18 und 70 Jahren ...

zum Artikel...

Kostenübernahme der neuen Meningokokken-B-Impfung

Liste der  gesetzlichen Kranken- kassen, die eine Kostenübernahme für die neue Meningokokken-B-Impfung ohne Altersbeschränkung vornehmen.

zum Artikel...

Woher kommt Übelkeit?

Übelkeit kann ganz unterschied- liche Ursachen haben: Etwas Falsches gegessen, zu viel Alkohol getrunken oder aber es gibt psychische Gründe.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen können vielfältig sein

Stolpern des Herzschlags oder Herzrasen haben auch gesunde Menschen gelegentlich. Bei längeren Beschwerden sollte man jedoch zum Arzt gehen...

zum Artikel...

Pseudoallergien durch Zusatzstoffe in der Nahrung

Zusätze zur Haltbar-machung und Färbung in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln können Reizungen des Mundraums oder des Magen-Darm-Traktes bewirken...

zum Artikel...

Joggen verbessert Durchblutung der Beine

Laufband-Training weitet die Blutgefäße und hilft gegen Schmerzen bei Durchblutungsstörungen...

zum Artikel...

Gesund essen statt Diäten

Ungesättigte Fettsäuren können vor Übergewicht, Diabetes und zu hohem Blutdruck schützen...

zum Artikel...