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15.02.2017

Fettleber infolge falschen Lebensstils wird zu globalem Problem

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) hat sich zu einer globalen Epidemie (Pandemie) ausgeweitet. Es besteht weltweit nicht nur ein großes Interesse, die Ursachen und Folgen der Fettleberkrankung zu verstehen, sondern auch die Diagnose Fettlebererkrankung frühzeitig zu stellen. Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) haben aus klinischen Daten einen neuen Index generiert, der mit hoher Genauigkeit das Vorliegen einer Fettlebererkrankung vorhersagen kann (siehe Diabetes & Metabolism, Online-Veröffentlichung am 12.1.17).

Etwa jeder dritte Erwachsene in den industrialisierten Ländern hat eine krankhaft verfettete Leber. Damit erhöht sich für diese Menschen nicht nur das Risiko an fortgeschrittenen Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs, sondern vor auch allem an Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken. Um frühzeitig mit präventiven und therapeutischen Maßnahmen intervenieren zu können, muss die Fettleber rechtzeitig erkannt werden. Hierfür sind die Ultraschalluntersuchung der Leber und die Bestimmung der Leberwerte zwar geeignet, sie können die Fettleber aber meist nur in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostizieren. Aufwändigere Untersuchungen wie die Kernspinspektroskopie sind hierfür zwar aussagekräftiger, sie sind aber wegen der relativ hohen Kosten im klinischen Alltag nicht auf breiter Ebene einsatzfähig. Daher arbeiten Wissenschaftler weltweit an einfachen und genauen Methoden, die für die Diagnose einer Fettleber besser geeignet sind. Unter verschiedenen Indizes, die dafür entwickelt wurden, hat sich der Fatty Liver Index (FLI) - bestehend aus den Parametern Alter, Body-Mass-Index, Taillenumfang und den im Nüchternzustand im Blut gemessenen Werten für Triglyzeride (TG) und Gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT) - als recht effektiv erwiesen.

Einen verbesserten FLI entwickelten jetzt Forscherinnen und Forscher der Inneren Medizin IV des Universitätsklinikums Tübingen und des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München unter der Leitung von Prof. Norbert Stefan (siehe Diabetes & Metabolism, Online-Veröffentlichung am 12.1.17). Hierfür haben sie zusätzlich zu den Parametern des FLI auch die Plasmatriglyceride (TG-Werte) und die Glukose-Werte aus einem Glukosetoleranztest sowie die für die Fettleber wichtigste Genvariante (rs738409 C>G in PNPLA3) verwendet. Anhand von Daten der TULIP-Studie (Tübinger Lebensstil Interventionsprogramm) konnten sie zeigen, dass man mit diesem neuen und erweiterten Fettleberindex nicht nur die Fettleber besser als der bekannte FLI diagnostizieren kann, sondern sich auch die Wahrscheinlichkeit für die Abnahme des Leberfettgehalts während einer Lebensstilintervention genauer vorhersagen lässt. Die Arbeiten entstanden in Kollaboration mit Prof. Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und Kollegen aus Hamburg und Italien.

Prof. Stefan hofft nun, dass „...dieser Index zunehmend im klinischen Alltag eingesetzt wird, um eine Fettlebererkrankung frühzeitig zu diagnostizieren, damit Folgeerkrankungen der Fettleber verhindert werden können".

Quelle: Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

 



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