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01.01.2008 Transplantation der Bauchspeicheldrüse kann Diabetes heilen
Durch eine Verpflanzung einer gesunden Bauchspeicheldrüse erhalten Patienten mit Typ-1-Diabetes wieder funktionierendes Insulin produzierendes Gewebe. Mehrmals tägliche Insulin-Injektionen sind dann nicht mehr notwendig. Eine gleichzeitige Transplantation der Niere erspart den Patienten darüber hinaus eine regelmäßige Blutwäsche in einem Dialysezentrum. Schwieriger EingriffDoch der Eingriff ist nicht ohne Risiken, wie Experten für die simultane Nieren- und Pankreastransplantation am Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer berichten (Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007, 132: Seite 2318-2322). Eine Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse hat die höchste Komplikationsrate aller Organtransplantationen, da sie technisch schwierig ist, und viele Patienten aufgrund ihrer langjährigen Zuckerkrankheit ein erhöhtes Risiko haben. Auch an ausgewiesenen Zentren kann es hin und wieder zu Komplikationen kommen, wie z. B. zu einem Ausfall der Bauchspeicheldrüse oder zu lebensgefährlichen Infektionen. Nicht selten sind Nachoperationen erforderlich. Schwierig ist die Operation auch, weil die Bauchspeicheldrüse nicht nur Hormone wie Insulin bildet, die direkt ans Blut abgegeben werden, sondern auch den Bauchspeichel. Dieses stark zersetzende Verdauungssekret wurde anfangs in die Harnblase geleitet. Heute stellen die Chirurgen eine natürlichere Verbindung zum Dünndarm her. Wenn die Patienten die Operation überstanden haben, sind die Aussichten exzellent. Die Ergebnisse sind kaum schlechter als nach einer Nierentransplantation. Die allermeisten Patienten können nach einer Transplantation von Bauchspeicheldrüse und Nieren auf ihre täglichen Insulininjektionen verzichten. Noch wichtiger für die Lebensqualität ist der Wegfall der Dialysetermine. Auch die Spätfolgen des Diabetes an Herz und Gefäßen werden abgemildert - ein weiteres wichtiges Argument für die Operation. Doch auch wenn die Operation den Diabetes heilt, gesund sind die Patienten deshalb nicht. Zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen erhalten sie meist mehrere Medikamente. Da diese die Immunabwehr schwächen, müssten die Patienten langfristig in intensiver ärztlicher Betreuung bleiben.
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