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02.01.2008

Salmonellen im Kampf gegen Darmkrebs

Ein Braunschweiger Forscherteam vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung untersucht, wie das Durchfall-Bakterium Salmonella typhimurium gegen bösartige Tumore im Darm eingesetzt werden kann. Seit langem ist bereits bekannt, dass Mikroorganismen Tumore gezielt besiedeln und zerstören können. Doch erst in den vergangenen 10 Jahren wird die Bakterien vermittelte Krebstherapie systematisch erforscht.

Manche Bakterien siedeln sich nach Verabreichung ins Blut gezielt in Krebsgewebe an, wodurch dieses zerstört wird. Ein Grund für die Anreichung dieser Mikroorganismen im Tumor ist vermutlich, dass sie sauerstoffarme Verhältnisse für ihr Wachstum benötigen. Und dieses Milieu ist in einem Tumor leichter zu finden als in gesundem Gewebe. Die Erreger zerstören die Krebszellen zum einen bereits dadurch, indem sie sich im Tumor vermehren. Außerdem lösen die Einzeller vermutlich eine starke Immunreaktion aus, so dass die körpereigene Abwehr auch gegen den Tumor vorgeht. Ungeklärt ist allerdings weiterhin, wie die Bakterien den Weg zum Krebsgeschwür finden und auf welche Weise sie den Tumor tatsächlich bekämpfen.

Ziel des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts ist es, das Einwandern und die Verbreitung der Bakterien im Tumor zu verbessern. Dazu untersuchen die Wissenschaftler zunächst, wie sich der Durchfall-Erreger in Mäusen mit Darmkrebs verhält und den Tumor zerstört. "Wir wollen eine Krebstherapie entwickeln, die in Zukunft auch bei anderen Krebsarten als wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt werden kann", erklärt Dr. Siegfried Weiß, einer der beteiligten Forscher. Zum Einsatz beim Menschen würden aber abgeschwächte Erreger angewendet werden, die für den Organismus ungefährlich sind. Wie die Mikroorganismen am besten dahin getrimmt werden können, um keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorzurufen, müssen die Wissenschaftler allerdings erst herausfinden.

 

 



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