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04.02.2008

Behandlung gegen HIV schützt nicht vor Virus-Übertragung

HIV-infizierte Patienten können das HI-Virus übertragen, auch wenn sie erfolgreich gegen die Erkrankung behandelt werden. „Selbst wenn die Anzahl der Viruspartikel im Blut durch die Behandlung gering ist, können höhere Werte in anderen Körperflüssigkeiten auftreten", warnt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Ziel einer HIV-Behandlung ist es, die Menge der Viren im Blut bis unter die Nachweisgrenze zu verringern. Bei ungeschützten Sexualkontakten kommt der HIV-negative Partner dagegen normalerweise mit den Erregern im Sperma bzw. der Vaginalflüssigkeit in Kontakt. Auch auf den Schleimhäuten im Genital- bzw. Rektalbereich können sich HI-Viren befinden. „Da HIV-Medikamente in anderen Körperflüssigkeiten in geringerer Dosis vorliegen können, kann die Virusmenge dort auch bei einer geringen Viruslast im Blut hoch sein", erklärt Dr. Walger. Das individuelle Übertragungsrisiko hänge daher überwiegend von der Viruskonzentration in Sperma und Vaginalflüssigkeit sowie auf den entsprechenden Schleimhäuten und weniger von der Viruslast im Blut ab. Erst kürzlich haben Wissenschaftler festgestellt, dass sich im Sperma Bruchstücke eines Eiweißes befinden, die die HI-Viren effektiv darin unterstützen, andere Zellen zu infizieren. Daher kann schon eine kleine Erregeranzahl für eine Übertragung auf den HIV-negativen Partner ausreichen. 

Zusätzliche Infektionen erhöhen Übertragungsrisiko

Die Virusmenge des HIV-Patienten stellt bei ungeschützten Sexualkontakten zudem nur einen von mehreren Einflussfaktoren dar. Ob sich ein HIV-negativer Geschlechtspartner infiziert, hängt darüber hinaus von dessen Empfänglichkeit ab. So sind Menschen mit genitalem Herpes, Syphilis oder Gonorrhö stärker gefährdet, sich bei einem HIV-Infizierten anzustecken, denn das HI-Virus kann sich zusammen mit anderen Erregern leichter vermehren und bei Verletzungen von Haut- und Schleimhaut leichter eindringen. Auch eine Therapie humaner Papillomaviren (HPV), z. B. nach einer Warzenbehandlung, erhöht das Ansteckungsrisiko für HIV. Ursache hierfür sind Wunden und Schleimhautverletzungen durch die Behandlung, die dem HI-Virus vorübergehend das Eindringen erleichtern können.

Zusätzliche sexuell übertragbare Erkrankungen erhöhen jedoch nicht nur das Risiko für eine Ansteckung, sondern auch für eine Übertragung. Deshalb geht von HIV-Patienten, die auch mit Herpes oder Syphilis infiziert sind, ein höheres Übertragungsrisiko aus. „HIV-Patienten sollten deshalb in diesen Fällen beim Sex ganz besonders vorsichtig sein, damit der Partner nicht mit infizierten Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt", rät der Infektiologe. Geschwürartige Veränderungen der Haut- oder Schleimhaut im Genitalbereich sollten immer Anlass zu einem Arztbesuch geben, damit sie richtig diagnostiziert und konsequent behandelt werden können.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter www.hiv-info.de.

 

 



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