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19.02.2008

MRSA-Bakterien nehmen zu

Der neue Stamm gehört zu den so genannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Diese Bakterien haben sich weltweit in den letzten Jahren stark verbreitet und sind auch in Deutschland inzwischen eine häufige Ursache von ernsten Infektionen in Krankenhäusern.

Die jetzt aufgetretene MRSA-Form breitet sich außerhalb von Krankenhäusern aus und führt im Gegensatz zu der Krankenhaus-Variante bei ansonsten gesunden jungen Menschen zu Geschwüren und anderen Infektionen von Haut und Weichteilen. In schweren Fällen kommt es zu einer tödlichen Blutvergiftung oder einer Lungenentzündung, bei der das Gewebe der Lungen zerstört wird. Sie ist gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent. Die Übertragung erfolgt durch direkte Hautkontakte oder indirekt durch infizierte Kleidung.

Erste Forschungen des San Francisco General Hospital Medical Centre weisen darauf hin, dass sich diese  neue ambulante MRSA-Variante im Großraum San Francisco vor allem in der homosexuellen Gemeinde verbreitet. Am meisten gefährdet sind demnach homosexuelle Männer und Drogenkonsumenten, aber auch Sportler, wie etwa Ringer, die viel Körperkontakt haben. Viele Sexualpartner und häufiger Hautkontakt mit vielen verschiedenen Menschen erleichtern die Ausbreitung der Infektion. In Großbritannien wurden laut BBC bislang 2 Fälle von Infektionen mit diesem Stamm bekannt.

Erreger breitet sich nun auch außerhalb von Kliniken aus

Im Unterschied zu den bislang bekannten MRSA-Bakterien, die normalerweise in Krankenhäusern übertragen werden, werden mit der neuen MRSA-Variante Menschen infiziert, die nie direkten oder indirekten Kontakt zu Krankenhäusern hatten. „Die jüngste Ausbreitung in San Francisco zeigt, dass dieser Erreger auch durch Sexualkontakte verbreitet wird und innerhalb von Personen mit häufigen Sexualkontakten zu einer deutlichen Zunahme schwerer Infektionen führen kann", warnt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Da sie auch bei einem zufälligeren Kontakt übertragen werden können, befürchten Mediziner eine Ausbreitung auf die gesamte Bevölkerung. „Der beste Schutz vor einer Ansteckung besteht bislang darin, sich vor allem nach sexuellen Aktivitäten wie auch nach sonstigen engen Hautkontakten z. B. im Rahmen sportlicher Aktivitäten, gründlich mit Seife und Wasser zu waschen", rät der Infektiologe.

 

 



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