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22.02.2008

Keine Gefahr für Diabetiker mit Blutzuckerwerten nahe am Normalbereich

Eine Absenkung des Blutzuckers auf Werte nahe am Normalbereich ist für Diabetiker sicher und nicht mit Komplikationen verbunden. Eine Zwischenauswertung der so genannten ADVANCE(Action in Diabetes and Vascular disease)-Studie ergab keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko bei mäßig erniedrigtem Blutzucker.

ADVANCE ist die bislang weltweit größte Studie zur Diabetesbehandlung, in der 5 Jahre lang die Auswirkungen auf über 11.000 Diabetiker untersucht wurden. Im Unterschied zu ACCORD, die vorige Woche veröffentlicht worden war, wirkt sich eine Absenkung des Blutzuckerspiegels demnach nicht negativ aus. In der ADVANCE-Studie wurde wie in Deutschland üblich eine Senkung der HbA1c-Werte unter 6,5% angestrebt - und nicht auf weniger als 6,0% wie bei ACCORD.

In der ACCORD-Studie hatten mehr Diabetiker einen schweren Herzinfarkt erlitten, wenn sie ihren Blutzucker auf Hb1Ac-Werte drastisch unter 6,0% absenkten. Die Behandlung wurde darauf hin abgebrochen und die Patienten auf eine weniger starke Blutzuckerabsenkung umgestellt. Eine moderate Absenkung, wie sie auch in Deutschland empfohlen und praktiziert wird, wurde dagegen nicht untersucht.

ADVANCE bestätigt langjährige Praxis

„Das ist eine gute Nachricht für die Menschen mit Diabetes, die sich um Blutzuckerwerte nahe an der Norm bemühen und die durch Meldungen über ACCORD verunsichert waren", freut sich Prof. Eberhard Standl vom Berufsverband Deutscher Internisten und Präsident der Deutschen Diabetes-Union. Sie könnten sich jetzt durch die Zwischenanalyse aus ADVANCE bestätigt fühlen. „Ich bin ziemlich sicher, dass die Studie auch nach endgültiger Auswertung im September keinen Anstieg der Sterblichkeit bei Blutzuckerwerten nahe am normalen Bereich ergeben wird, denn 99% der Daten sind bereits ausgewertet", betont Prof. Standl. Diabetiker sollten deshalb weiter auf niedrige Zuckerspiegel achten, denn diese seien die Voraussetzung für eine erfolgreiche Diabetesbehandlung.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.diabetes-union.de

 



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