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11.03.2008

Erstmals künstliches Herz aus lebenden Zellen entwickelt

Mit der neuen Technik könnten in Zukunft neue Organe, wie z. B. Nieren, Leber oder Lunge, hergestellt und transplantiert werden. Bei dem Verfahren werden zunächst alle lebenden Zellen aus einem Herzmuskel entfernt (Nature Medicine 2008; 14: doi 10.1038/nm1684). Dazu haben die Forscher im Labor die Herzkranzgefäße eines Rattenherzens mit Lösungsmitteln durchspült und so die Zellinhalte herausgelöst, ohne den strukturellen Aufbau des Herzens zu zerstören. Denn der Herzmuskel besteht nicht nur aus Muskelzellen, sondern auch aus einem Grundgerüst aus Bindegewebe, zu dem beispielsweise die Herzklappen gehören. Wenn sämtliche Herzzellen entfernt werden, bleibt eine relativ starre Hülle, die sich nicht mehr zusammen ziehen kann. 

Die verbliebene Herzschablone wurde dann mit einer zweiten Lösung mit Zellen von Blutgefäß- und Herzmuskelzellen behandelt. Zur Überraschung der Wissenschaftler gelang das Experiment, und die Zellen fanden offenbar den Weg in die Zwischenräume der Herzschablone. Nach 4 Tagen fing das Herz sogar an zu schlagen, allerdings nur mit 2% der Pumpleistung eines erwachsenen Rattenherzens. 

Das Verfahren könnte dazu dienen, künftig abstoßungsarme Herztransplantate zu erzeugen. Dazu müsste das Spenderorgan möglichst vollständig von den Merkmalen befreit werden, die vom Immunsystem des Empfängers als fremd erkannt werden. Die Wissenschaftler halten es für denkbar, dass auch Zellen aus einem Schweineherzen entfernt werden können und anschließend menschliche Stammzellen ein Organ bilden, das Patienten übertragen werden kann. Bis zur klinischen Umsetzung beim Menschen dürften nach Meinung der Experten jedoch noch Jahre vergeben. Im nächsten Schritt wollen die Forscher ihre Ergebnisse deshalb zunächst an Schweineherzen wiederholen.

 



 


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