Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


12.03.2008

Zecken treten immer früher auf

Auf Zeckenbisse müssen sich Spaziergänger inzwischen schon vor dem Frühling einstellen. Fehlende Frosttage sorgten dafür, dass die Zecken immer früher in Aktion treten. Damit steigt für Menschen das Risiko, an gefährlichen Infektionen wie Borreliose oder der Hirnentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu erkranken.

Schon jetzt sollten daher Gebüsch, Unterholz und hohe Gräser gemieden werden, rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Entgegen landläufiger Meinung fallen Zecken nicht vom Baum, sondern warten auf Wiesen und im Unterholz darauf, abgestreift zu werden. Nach einem Spaziergang sollten daher Kleidung und Körper nach den Parasiten abgesucht werden.

Zecken können sowohl Bakterieninfektionen auslösen, z. B. die Lyme-Borreliose, als auch Viruserkrankungen übertragen. In Deutschland sind etwa 5-35% der Zecken je nach Region und Entwicklungsstadium der Zecke mit Borrelien befallen, wobei ausgewachsene Tiere im Durchschnitt zu 20%, Nymphen zu 10% und Larven nur zu etwa 1% infiziert sind. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung durch Borrelien-haltige Zecken hängt vor allem mit der Dauer des Saugaktes zusammen: Liegt diese unter 24 Stunden ist das Übertragungsrisiko gering, bei längerer Dauer steigt es jedoch auf 10-25% an.

In Deutschland ist nach bisherigen Erkenntnissen nach einem Zeckenstich bei 1,5-6% der Betroffenen mit einer Infektion (einschließlich der klinisch unauffälligen Fälle) und bei 0,3-1,4 % mit einer tatsächlichen Erkrankung zu rechnen. In der Mehrzahl tritt diese als so genannte Wanderröte (Erythema migrans) auf, in etwa 10% der Erkrankungen kann es unbehandelt jedoch zu ernsthafteren Komplikationen, Folgeerkrankungen und Spätschäden kommen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin gibt es mehr als 60.000 neue Borreliose-Erkrankungen pro Jahr. Diese Erkrankung schädigt Nerven und Gelenke, es gibt gegen sie keine Impfung. Sie kann jedoch mit Antibiotika behandelt. Auf dem Vormarsch ist auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die bislang vor allem in Süddeutschland verbreitet ist. Gegen diese Gehirn- und Hirnhautentzündung gibt es eine Impfung.

 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...