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19.03.2008 Möglicher Ansatzpunkt für Behandlung von Nierensteinen entdeckt
Die meisten Nierensteine enthalten so genanntes Oxalat, das entweder über die Nahrung aufgenommen wird oder durch Stoffwechselvorgänge im Körper entsteht. Der weitaus größte Teil davon wird über die Nieren und den Urin ausgeschieden, nur ein kleiner Teil verlässt den Körper über den Darm. Wird nicht ausreichend Urin gebildet oder enthält der Urin zu viel Oxalat, kann dieses z. B. zusammen mit Kalzium auskristallisieren und gries- oder steinartige Ablagerungen bilden. Dies ließe sich verhindern, indem der Körper weniger Oxalat über die Nieren und dafür mehr über den Darm ausscheidet. Ein Vergleich der Ausscheidung bei Menschen und Mäusen eröffnet nun einen Weg, wie sich künftig die Oxalat-Ausscheidung über den Darm steigern lassen könnte. Mäuse leiden nämlich kaum unter Nierensteinen. In ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler aus Boston herausgefunden, dass das Molekül, das bei den Nagetieren Oxalat aus den Darmzellen in den Darm befördert, sehr viel gründlicher arbeitet als beim Menschen. Dadurch ist die Ausscheidung durch diese „Oxalat-Pumpe" beim Menschen deutlich ineffektiver, und die Oxalat-Werte im Urin können leicht zu hoch werden. Außerdem entdeckten die Forscher eine Genvariante, bei der die Pumpe noch weniger wirksam ist. Menschen mit dieser Variante haben deshalb möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Nierensteinen. Wirkstoffe, die die „Oxalat-Pumpe" aktivieren und die Oxalat-Ausscheidung verbessern, könnten also die Gefahr von Nierensteinen wirkungsvoll verringern, hoffen die Autoren der Untersuchung. „Die Ausscheidung von Oxalat über den Darm zu erhöhen, ist in der Tat ein wichtiger Ansatzpunkt für einen Schutz vor Nierensteinen", bestätigt auch Prof. Johannes Mann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Ein anderer Weg ist, die Oxalat-Aufnahme aus dem Darm zu verringern. Allerdings sind die daran beteiligten Moleküle noch nicht bekannt", so der Nierenspezialist. Schließlich könnte Oxalat auch durch spezielle Darmbakterien zersetzt werden, bevor es in den Körper gelangt. Studien dazu seien bereits im Gange.
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