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14.03.2008

Katzen können MRSA-Bakterien übertragen

Hauskatzen können Überträger einer Bakterienform sein, die schwere Infektionen der Haut und der Atemwege auslösen können. Dies berichten Wissenschaftler des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Gesundheit und Verbraucherschutz in Oberschleißheim bei München. 

Die so genannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) sind gegen die meisten heute verfügbaren Antibiotika unempfindlich und gelten als besonders schwer zu behandeln. MRSA-Bakterien waren lange Zeit vor allem auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen beschränkt, in denen sich die Erreger unter Patienten mit geschwächtem Immunsystem ausbreiten konnten. Eine neue Form von MRSA tritt nun allerdings zunehmend auch außerhalb von Kliniken auf.

In dem nun bekannt gewordenen Fall hat sich eine Frau, die sich mit schweren Hautinfektionen in Behandlung begeben hatte, trotz wiederholter antibakterieller Behandlung immer wieder mit MRSA-Bakterien infiziert. Weitere Familienmitglieder, die zunächst ebenfalls MRSA-positiv getestet worden waren, jedoch keine Krankheitssymptome aufwiesen, waren nach der Behandlung dagegen bakterienfrei. Daraufhin untersuchten die Wissenschaftler die 3 Hauskatzen der Familie und wurden in einem Fall fündig: Eine der Katzen war mit denselben Erregern infiziert, wie sie die Forscher bereits bei ihren Besitzern festgestellt hatten. Erst nachdem sie das Tier mit Antibiotika behandelt hatten, klangen die Hautinfekte der Frau ab.

Auch Hunde, Papageien und Pferde können infiziert sein

Hauskatzen können dem zufolge offenbar Überträger der gefährlichen MRSA-Bakterien sein, auch wenn sie scheinbar völlig gesund sind. „Katzen sind aber nicht die einzigen Haustiere, die die Bakterien in sich tragen und auf den Menschen übertragen können", warnt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). In den Niederlanden hätten sich beispielsweise eine 51 Jahre alte Frau, ihr Ehemann sowie ihr Sohn bei dem Schäferhund der Familie mit MRSA infiziert. Erst nach einer Antibiotikabehandlung des Tieres verschwanden die Bakterien und mit ihnen auch die Infektionen. Außerdem ist von Papageien, Pferden und Schweinen bekannt, dass sie MRSA-Bakterien in sich tragen können. „Ob die Tiere sich zuerst bei Menschen angesteckt haben und die Bakterien lediglich wieder rückübertragen oder ob sie tatsächlich die ursprüngliche Quelle der Infektion sind, ist bislang unklar", sagt Dr. Walger. Wahrscheinlicher Übertragungsweg sei Kontakt mit Haut oder Speichel der Tiere.

Zahl der Infektionen steigt

Während der neue, Klinik-unabhängige MRSA-Typ in Deutschland noch relativ selten auftritt, ist er in den USA auf dem Vormarsch. Vor allem in Städten wie San Francisco oder Los Angeles haben sich die Erreger vor allem unter Homosexuellen stark ausgebreitet. Die Bakterien können in erster Linie bei Sexualkontakten, aber auch bei zufälligen Hautkontakten, übertragen werden. Sie können Hautgeschwüre, Lungenentzündungen oder Blutvergiftung verursachen. „Noch ist dieser MRSA in Deutschland zwar selten, trotzdem darf die Gefahr nicht unterschätzt werden, denn die Erreger rufen schwere Krankheitssymptome hervor und sind zugleich sehr widerstandsfähig", warnt Dr. Walger. Bei einer wiederholt auftretenden MRSA-Infektion, häufig z. B. in Form von Furunkeln, ohne Kontakt zu einer Klinik oder Pflegeeinrichtung sollte seiner Meinung nach deshalb unbedingt an eine mögliche Übertragung durch Haustiere gedacht werden.

 

 

 



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