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24.03.2008

Milchzucker kann Bauchschmerzen auslösen

Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Milchprodukten können auf eine Milchzuckerunverträglichkeit hindeuten. Häufige Beschwerden sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. In seltenen Fällen kann es aber auch zu Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Hautproblemen kommen. Experten schätzen, dass etwa 10 Millionen Menschen in Deutschland Milchzucker nicht vertragen. Menschen südamerikanischer, afrikanischer oder asiatischer Herkunft haben sogar ein über 50%iges Risiko für die Erkrankung.

„Grund für die Beschwerden ist nicht eine Lebensmittelallergie, sondern ein Enzymmangel", erklärt Dr. Martin Strauch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Denn bei einer Milchzuckerunverträglichkeit fehlt dem Körper das Enzym Laktase, um den Milchzucker, die so genannte Laktose, abzubauen. Dadurch kann die Laktose nicht verdaut werden. Sie sammelt sich im Darm an und wird dort von Bakterien zersetzt. Dabei entstehen Gase und Fettsäuren, die die Verdauungsbeschwerden auslösen.

Wasserstoff im Atem deutet Laktose-Unverträglichkeit

Eine Milchzuckerunverträglichkeit hat in der Regel eine genetische Ursache und macht erst im Erwachsenenalter Probleme. Erkrankungen des Dünndarms, wie z. B. Zöliakie, Morbus Crohn oder Infektionen, können die Erkrankung jedoch ebenfalls hervorrufen. „Wer regelmäßig nach dem Genuss von Milchprodukten Blähungen bekommt, sollte sich bei seinem Arzt auf eine Unverträglichkeit hin testen lassen", rät Dr. Strauch. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung oder eines  H2-Atemtests, bei dem der durch die bakterielle Zersetzung der Laktose entstehende Wasserstoff gemessen wird, könne dieser feststellen, ob die Laktose aus dem Darm ins Blut aufgenommen wird.

Laktose nicht nur in der Milch

Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit sollten so weit wie möglich auf Laktose-haltige Nahrungsmittel verzichten. Dazu zählen vor allem Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Quark, Käse, Schokolade oder Speiseeis. Aber auch in verschiedenen Süßigkeiten, Backwaren, Wurst oder Fleisch kann Laktose enthalten sein. Selbst in Medikamenten kann der Milchzucker vorkommen. „Wie viel Laktose der Körper verträgt, ist individuell unterschiedlich und muss jeder für sich selbst herausfinden", empfiehlt Dr. Strauch. Ein völliger Verzicht auf Milchzucker sei jedoch nur selten notwendig. „Beschwerden treten meist erst ab einer Menge von 10 Gramm Laktose auf", so der Magen-Darm-Spezialist.

Um die Verträglichkeit von Milchprodukten zu verbessern und um Beschwerden vorzubeugen, können Betroffene vor dem Verzehr von Laktose-haltige Lebensmitteln zudem Präparate einnehmen, die das Laktose-abbauende Enzym Laktase enthalten. Außerdem gibt es Milchersatzprodukte auf Soja- oder Reisbasis sowie Milchzucker-freie Milch und Milchprodukte.

 

 



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