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17.04.2008

Hasenpest beim Menschen nimmt zu

Die für Nagetiere gefährliche Infektionskrankheit Hasenpest ist 2007 gehäuft bei Menschen in Deutschland aufgetreten. Das gab das Berliner Robert Koch- Institut (RKI) in seiner jüngsten Mitteilung bekannt (Nr. 4/2008, S. 30). Demnach wurden 21 Fälle registriert - die höchste Zahl seit 1958.

Der Erreger, das Bakterium Francisella tularensis, kann z. B. durch infizierte Nagetiere, in der Mehrzahl der Fälle durch infizierte Hasen, oder Zecken, vermutlich auch durch kontaminiertes Oberflächenwasser, auf den Menschen übertragen werden und zeigt sich häufig zunächst durch Fieber und grippeähnliche Symptome, später durch Hautgeschwüre oder Entzündungen der Lymphknoten. Die durchschnittliche Fallzahl bei Menschen in Deutschland lag in den vergangenen 20 Jahren bei weniger als 3 Infektionen pro Jahr. Rund die Hälfte der neuen Fälle trat 2007 in Baden-Württemberg auf.

Für frei lebende Nagetiere ist Hasenpest (Tularämie) eine tödlich verlaufende und ansteckende Krankheit, beim Menschen lässt sie sich mit Antibiotika behandeln. Neu für die Forscher war der Fall eines 18 Monate alten Kindes, das vermutlich durch eine Stechmücke angesteckt wurde. Dieser Übertragungsweg sei bisher nur aus Skandinavien bekannt und stelle möglicherweise nun auch für Deutschland ein potenzielles Risiko für größere Bevölkerungsgruppen dar, erklärte das RKI.

Das Institut berichtet von einem Fall, bei dem sich 2007 im Landkreis Biberach gleich 3 Personen ansteckten: Ein 27-jähriger Waldarbeiter und dessen Eltern infizierten sich beim Zerlegen eines von einem Jäger getöteten Feldhasen.

 

 



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