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21.04.2008

Unterfunktion der Schilddrüse wird oft spät erkannt

Ältere Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) weisen nicht immer die typischen Symptome wie einen niedrigen Puls und Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte auf. Im Alter ähneln die Krankheitszeichen vielmehr den normalen Alterserscheinungen und werden deshalb oftmals nicht oder erst spät erkannt. Bei einem solchen auch als Altershypothyreose bezeichneten Hormonmangel sind die Anzeichen schwer zu interpretieren, auch ist nicht selten die psychische Verfassung der Patienten verändert.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse führt zu einer Verringerung verschiedener Stoffwechselprozesse. „Da der Stoffwechsel auch im Alter häufig zurückgefahren wird, fällt die Erkrankung deshalb nicht so auf", sagt Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Betroffene fühlen sich häufig müde, sind vergesslich und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Ihre Haut ist blass und fühlt sich teigig an. „Besonders wenn sich ursprünglich lebhafte Menschen innerhalb kurzer Zeit in sich zurückziehen und lethargisch werden, kann dies auf eine schlecht funktionierende Schilddrüse hindeuten", so der Hormonspezialist. Auch eine Depression könne auf die Schilddrüse zurückgehen.

Typisches Merkmal: plötzliche Gewichtszunahme

Ein weiterer wichtiger Hinweis sind Gewichtsveränderungen. Patienten, die trotz magerer Kost plötzlich zunehmen, leiden möglicherweise unter einer Schilddrüsenunterfunktion. „Kommen mehrere dieser Symptome zusammen, sollte man unbedingt einen Endokrinologen aufsuchen und um Rat fragen", rät Prof. Müller. Denn ein Mangel an Schilddrüsenhormonen könne ernste Folgen haben und zu Arteriosklerose, Herzmuskelschwäche sowie Halluzinationen bis hin zum Koma führen. „Dazu muss es aber nicht kommen, denn die Erkrankung kann durch regelmäßige Einnahme von Hormonen sehr gut behandelt werden", so Prof. Müller.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse tritt meistens zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr auf. Frauen sind davon wesentlich häufiger betroffen als Männer. Ursachen sind entweder vorausgegangene Behandlungen der Schilddrüse (Operation, Radio-Jod-Therapie oder Schilddrüsenmedikamente) oder eine Überreaktion des Immunsystems (Hashimoto-Thyreoiditis). Bei einer solchen Autoimmunerkrankung greift das körpereigene Immunsystem das Drüsengewebe an und zerstört dieses.

 

 



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