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25.04.2008 Enzymmangel führt zu Dauererektionen
Ihre Entdeckung gelang den Wissenschaftlern eher zufällig. Bei der Untersuchung genetisch veränderter Mäuse, denen ein Enzym zum Abbau von Adenosin fehlt, entdeckten sie völlig unerwartet, dass die Geschlechtsteile der männlichen Mäuse dauerhaft erigiert waren. Verschiedene Gewebeuntersuchungen ergaben schließlich eine Anreicherung des Adenosins im Penis - was offenbar zu den lang anhaltenden Erektionen führte. Versorgten die Forscher die Mäuse dagegen mit dem abbauenden Enzym, verschwanden auch die Erektionen.
Adenosin auch zur Behandlung von Erektionsstörungen?Ob sich die Substanz auch zur Behandlung von Erektionsstörungen eignet, muss sich dagegen erst noch zeigen. Adenosin ist ein Botenstoff, der viele Gemeinsamkeiten mit einem anderen Botenstoff besitzt, der bereits zur Therapie genutzt wird, dem Stickstoffmonoxid. Die bekannten Phosphodiesterase-Hemmer Viagra, Levitra oder Cialis verhindern den Abbau des Stickstoffmonoxids und erhöhen so seine Konzentration. Dadurch verbessert sich die Durchblutung des Penis. Prof. Köhn zufolge kann auch Adenosin beim Menschen die Blutgefäße weiten: „Frühere Berichte haben gezeigt, dass Injektionen von Adenosin in die Schwellkörper des Penis bei Männern ebenfalls zu einer Erektion führen können." Wenn es in vergleichbarer Weise gelänge, das Adenosin-abbauende Enzym zu blockieren, könnte dies eine Alternative zu den bislang verfügbaren Medikamenten darstellen. In diesem Fall gäbe es sogar eine weitere Parallele zu Viagra und Co. Genauso wie das Adenosin wurde auch die Rolle des Stickstoffmonoxids bei der Erektion zufällig entdeckt: Mediziner wurden stutzig, als lediglich Patientinnen in einer ersten Testphase das als Herzmittel entwickelte Viagra nach Gebrauch zurückgeben wollten - die Männer dagegen nicht. Erst dadurch offenbarte sich das wahre Potenzial des Wirkstoffs. Prof. Köhn: „Die männliche Sexualität gibt ihre Geheimnisse anscheinend manchmal gerade dann preis, wenn die Forschung nicht damit rechnet."
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