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28.04.2008 Experten fordern Diabetes-Register
„Wir brauchen dringend bessere Daten zur Versorgung von Diabetes-Patienten in Deutschland", betont Prof. Eberhard Standl, Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Union (DDU) und Mitautor des Eckpunktepapiers. Bislang müssten sich Fachleute aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen wie Daten von Krankenkassen, Praxiserhebungen oder Bevölkerungsstichproben Informationen zusammensuchen. Dies behindere eine weitere Verbesserung der Behandlung von Diabetikern. „Im Interesse unserer Patienten sollten wir auch über eine Art Dokumentationspflicht, d.h. ein Register für Diabetes nachdenken, wie es sie auch für andere schwerwiegende Erkrankungen bereits gibt", so der Diabetologe. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes ließen sich so wertvolle Erkenntnisse zur Versorgungssituation gewinnen. Außerdem käme dies auch der künftigen Diabetes-Forschung zugute.
Glukosetoleranztest sollte erstattungsfähig seinDarin fordern die Experten auch eine frühere Behandlung von Diabetikern. Denn obwohl sich die Betreuung von Diabetikern in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, wird die Erkrankung häufig immer noch zu spät erkannt - vielfach erst, wenn Folgeschäden hinzukommen. Nur eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte kann dies verhindern. Prof. Standl: „Hochrisiko-Patienten sollten deshalb unbedingt regelmäßig mittels eines Bluttests auf Diabetes untersucht werden." Deshalb empfehle das neue Eckpunktepapier auch, diesen oralen Glukosetoleranztest in den gesetzlichen Leistungskatalog bei bestimmten Vorsorgeuntersuchungen aufzunehmen.
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Die Zahl der Diabetiker in Deutschland ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen und wird derzeit auf 6 bis 7 Millionen geschätzt, dies entspricht einem Anstieg von 35% innerhalb von 6 Jahren. Um die Prävention, Versorgung und Diabetes-Forschung in Deutschland weiter zu verbessern, haben auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit verschiedene Diabetes-Organisationen unter der Koordination der Deutschen Diabetes-Union den Entwurf für das Eckpunktepapier zu einem Nationalen Aktionsplan Diabetes/Metabolisches Syndrom erarbeitet. Das Papier wird auf der 43. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft kommende Woche in München der Öffentlichkeit vorgestellt. 

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