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12.05.2008 Rheuma- und Krebs-Patienten droht Zwei-Klassen-Medizin
Aktuelles Beispiel für die Kluft zwischen einer optimalen Patientenversorgung und wirtschaftlichen Zwängen ist die Krebsmedizin. Hier stehen sich moderne Behandlungs- und Diagnosemethoden sowie herkömmliche Chemotherapien gegenüber. Während neue zielgerichtete Medikamente zusammen mit einer Analyse von Biomarkern eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Behandlung ermöglichen, hat eine traditionelle Chemotherapie eine viel breitere Wirkung auf den Körper, die neben den Tumorzellen auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft zieht und zudem nicht an den einzelnen Patienten angepasst werden kann. „Mit Hilfe der neuen Wirkstoffe und Biomarkern kann man viel genauer vorhersagen, ob ein Medikament wirkt oder nicht. Dadurch lassen sich teure und zeitraubende Fehlbehandlungen vermeiden", erklärt Dr. Schmitz. Zu später Einsatz von modernen Rheuma-Mitteln?
„Die Kostenprobleme im Gesundheitswesen dürfen nicht zu Lasten des einzelnen Patienten gehen", warnt deshalb der Krebsspezialist. Die Kosten einer Behandlung müssten zwar mit deren Nutzen in Einklang stehen: „Eine Behandlung muss wirtschaftlich sein - das heißt aber nicht, dass sie billig sein muss." Denn häufig seien die Folgekosten, die aus einer veralteten Behandlung entstehen, sehr viel höher.
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Für Ärzte wird es zunehmend schwerer, ihre Patienten mit modernen Therapiemethoden zu versorgen. Insbesondere bei der Behandlung von Krebs- und Rheuma-Erkrankungen können Mediziner neue zielgerichtete Medikamente aus wirtschaftlichen Gründen häufig nur eingeschränkt und in bestimmten Fällen verschreiben. „Dies widerspricht dem gesetzlichen Anspruch auf eine Behandlung entsprechend dem aktuellen medizinischen Wissensstand", beklagt Dr. Stephan Schmitz vom Berufsverband niedergelassener Hämatologen und Onkologen in Deutschland auf dem 3. Roche-Forum zur Gesundheitspolitik in Berlin.





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