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04.06.2008 Behandlungsfehler vor allem bei Brustkrebs und Brüchen
Verbraucherschützer gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Insgesamt gingen nach einer Schätzung rund 40 000 Patienten gegen ihre Ärzte wegen Verdachts auf Fehler vor. Die meisten festgestellten Fehler gab es bei der Behandlung von Knochenbrüchen (mehr als 311), von Hüft- und Kniegelenkverschleiß (110) und von Brustkrebs (41). Auch entzündete Blinddärme würden wegen der schwierigen Diagnose nach wie vor regelmäßig zu spät operiert. Beim Brustkrebs falle die Diagnose zunächst oft zu harmlos aus. Darüber hinaus wurden Rückenschmerzen und deformierte Zehen und Finger mehrfach falsch behandelt. Die meisten festgestellten Fehler seien im Krankenhaus passiert, so die Kammer. Nur ein kleiner Teil der Fälle werden bekannt"Die Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert", sagt Andreas Crusius, Vorsitzender der Konferenz der ärztlichen Gutachterkommissionen. Die Zahl der Patientenbeschwerden bei den Gutachterstellen der Kammern stieg 2007 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 10.280 auf 10.432 an. Weitere 30.000 Patienten hätten sich schätzungsweise bei Gerichten, Versicherungen und Krankenkassen beschwert. Wie viele Fehler es insgesamt gab, sei unbekannt. "Was die Schlichtungsstellen veröffentlichen, ist nur die Spitze eines Eisberges", beklagt der Experte der Verbraucherzentrale, Stefan Etgeton. Der Narkosearzt Walter Schaffartzik, Vorsitzender der Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern, sagte, nur wenige Patienten beschwerten sich bei Notfällen und Behandlungen auf der Intensivstation. Ärzte machten aber auch hier "bestimmt Fehler". Ärztekammer, Gesundheitsministerium und das Aktionsbündnis Patientensicherheit hatten die Mediziner dazu aufgerufen, sich verstärkt zu Fehlern zu bekennen. Das Bündnis schätzt, dass es allein in Kliniken bis zu 560.000 meist leichte Fehler bei Behandlung und Pflege in Deutschland pro Jahr gibt - bei 17 Millionen Behandlungsfällen. Die Ärztekammer erhofft sich von der veröffentlichten Statistik positive Effekte, "damit Fehler vermieden werden", sagte Crusius. Sie diene etwa als Basis für Fortbildungen. Schnelle Erfolge in allen Bereichen werde es aber wohl nicht geben, räumte Schaffartzik ein: "Das ist ein weiter, langer und sehr, sehr schwieriger Weg." Unzufriedenheit besonders nach Operationen
Gegen Risiken bei der Arzneimittelgabe rief das Bundesgesundheitsministerium mit einem Aktionsplan Ärzte, Apotheker und Behörden zusammen. Bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft wurde dazu eine Koordinierungsgruppe eingerichtet. Nach Einschätzung des Bremer Gesundheitsforschers Gerd Glaeske werden jährlich 16.000 bis 25-000 Todesfälle durch Neben- und Wechselwirkungen verursacht. Weitere Meldungen zum Thema:
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Ärzte weigern sich entgegen geltenden Rechts mitunter, Patienten die Diagnose- und Behandlungsunterlagen zu geben. Die Schlichtungsstellen haben dagegen damit keine Probleme. Die Schlichtungsverfahren dauern im Schnitt 13 Monate und dienen nicht zuletzt dazu, jahrelange Gerichtsstreitigkeiten zu vermeiden. Bei durchschnittlich 1,8 Vorwürfen pro Antrag summierte sich die Zahl der Patientenvorwürfe 2007 auf 12.658. Am unzufriedensten waren die Patienten mit 3.262 Vorwürfen nach Operationen. Deutliche Anstiege gab es bei Vorwürfen wegen angeblich falschen Diagnosen (798) und Arzneimitteltherapien (548).

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