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11.06.2008 Neuer Wirkstoff könnte Hepatitis-B verhindern
Schutz auch vor Hepatitis D-InfektionDurch das neue Peptid lässt sich der Eintritt des Virus in die Leberzellen blockieren. Dabei schlugen die Forscher den Angreifer mit seinen eigenen Waffen: Ein künstlich im Labor nachgebautes Teilstück der Virushülle bindet an die Leberzellen und verhindert dadurch die Aufnahme des Virus. Bereits sehr geringe Mengen davon genügen, um in Mäusen eine Infektion komplett zu verhindern. Auch eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus, die zusätzlich zur Hepatitis-B-Infektion auftreten kann und oft zu einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf führt, konnten die Forscher mit dem neuartigen Wirkstoff in Zellversuchen abwehren.
Lebertransplantation bislang oft einziger AuswegJährlich sterben trotz Impfung noch immer ca. 750.000 Menschen an den Folgen einer Hepatitis-B-Infektion, z.B. an Leberzirrhose oder Leberkrebs. Die verfügbaren Medikamente müssen über lange Zeiträume gegeben werden, führen nur bei wenigen Betroffenen zu einer Heilung und häufig bilden sich resistente Viren. Einzige Hoffnung auf Heilung stellt in diesen Fällen eine Lebertransplantation dar. Ein erneuter Befall der Spenderleber durch Viren, die im Empfänger noch zirkulieren, kann jedoch zum Versagen des Transplantats führen. Forscher weltweit sind deshalb auf der Suche nach alternativen Wirkstoffen. Die HBV-Erkrankung kann akut verlaufen, wobei eine Ausheilung bei ungefähr 90% der Infizierten nach spätestens sechs Monaten erfolgt. Ist nach einem halben Jahr keine Heilung eingetreten, so gilt die Hepatitis als chronisch. In Deutschland leiden mehr als 300.000 Menschen an der Erkrankung. Seit 1986 steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung.
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