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18.06.2008 Wie der Körper Immunreaktionen gegen sich selbst verhindert
Verantwortlich für den Angriff sind in erster Linie für die Immunabwehr wichtige Abwehrfaktoren, so genannte T-Zellen. Im gesunden Körper werden sie, wenn sie auf körpereigene Strukturen reagieren, in der Thymusdrüse aussortiert. Ein internationales Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München hat nun einen weiteren Weg zum Schutz vor Autoimmunerkrankungen entdeckt (Immunity 2008, 28: DOI: 10.1016/; PII). Demnach findet auch in den Lymphknoten und der Milz ständig eine Art Qualitätskontrolle statt, die sicherstellt, dass keine Abwehrreaktion gegen körpereigene Strukturen entsteht. Dieser Befund könnte die Grundlage für neue Behandlungen gegen Autoimmunerkrankungen sein, möglicherweise aber auch Tumortherapien effektiver gestalten, hoffen die Forscher. T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und werden im Knochenmark gebildet. Ein Rezeptor an ihrer Oberfläche erkennt andere Moleküle und dockt daran an. Da der Körper jedoch wahllos Rezeptoren gegen alle möglichen Strukturen produziert, müssen die T-Zellen in einem nachfolgenden Schritt sortiert werden: Zellen mit Rezeptoren, die an körpereigene Molekülstrukturen andocken, werden vernichtet. Diese Auswahl findet im Thymus statt. Dendritische Zellen sortieren gefährliche T-Zellen ausT-Zellen werden den Münchner Wissenschaftlern zufolge aber auch noch ein 2. Mal getestet: Es sind vor allem die Lymphknoten und die Milz, in denen diese ständige Qualitätskontrolle abläuft. Zuständig dafür sind die dendritischen Zellen. Diese hochspezialisierte Zellart präsentiert den T-Zellen sowohl körpereigene als auch fremde Moleküle - also beispielsweise von Krankheitserregern -, so dass diese gegebenenfalls darauf reagieren können. Wenn einzelne T-Zellen jedoch körpereigene Proteine erkennen können, sind sie potenziell gefährlich und werden inaktiviert oder abgetötet. Die dendritischen Zellen testen gewissermaßen die T-Zellen auf die gefährliche Eigenschaft, auf körpereigene Strukturen zu reagieren und dadurch Autoimmunkrankheiten auslösen zu können. Im vorliegenden wissenschaftlichen Versuch konnten die dendritischen Zellen von genetisch veränderten Mäusen den T-Zellen kein körpereigenes Material zur Erkennung darbieten, weshalb ihr Körper keine Toleranz gegen eigene Strukturen entwickeln konnte. In diesen Tieren attackieren die T-Zellen den eigenen Körper und es kommt zu Autoimmunerkrankungen. Die Erkenntnisse über die zentrale Rolle der dendritischen Zellen eröffnen nach Ansicht der Wissenschaftler Aussichten auf neue Behandlungen von Autoimmunkrankheiten. Gleichzeitig erklärt die Entdeckung aber auch, warum es so schwer ist, eine Immunantwort gegen Tumoren zu erzeugen: Schließlich bestehen diese vornehmlich aus körpereigenem Material.
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