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20.06.2008 Experten fordern Impfung gegen Gürtelrose
Die amerikanische Impfkommission empfiehlt Menschen ab 60 eine Impfung gegen den Erreger der Gürtelrose, das Varizellen-Zoster-Virus. Die Experten hoffen, dass sich die Zahl der Krankheitsfälle durch die Impfung um 50% senken lässt. „Eine Gürtelrose kann zwar unmittelbar nach Ausbruch mit Virus-hemmenden Medikamenten behandelt werden, eine Impfung schützt jedoch deutlich besser vor den schweren Folgen der Erkrankung", betont Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „In Deutschland gibt es eine solche Empfehlung jedoch bisher nicht. Sie wäre aber sinnvoll, denn die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Gürtelrose sind nicht sehr effektiv", so der Infektiologe. Allerdings müsste zuvor geprüft werden, wer bereits Abwehrstoffe gegen die Viren im Blut hat. Bei älteren Menschen ohne solche Antikörper könnten sonst Komplikationen auftreten, wenn sie nie zuvor mit den Viren in Kontakt gekommen sind. Einer neuen Untersuchung zufolge könnten in Deutschland bis zu 5% der Bevölkerung keine Antikörper gegen die Varizella zoster-Viren gebildet haben. Varizellen-Zoster-Viren können vor allem im Alter oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu schweren chronischen Schmerzen führen. Von einer Gürtelrose ist jeder bedroht, der einmal an Windpocken erkrankt ist, beinahe jeder 3. Erwachsene erkrankt einmal im Leben an einer Gürtelrose. Von den 85-jährigen ist es sogar jeder Zweite. Viren verbreiten sich entlang von Nerven
Impfung schützt vor chronischen SchmerzenDer Bläschenausschlag heilt in den meisten Fällen nach 2–4 Wochen ab. Bei jedem 10. Patienten bleiben dagegen starke bohrende oder stechende Schmerzen monate- oder jahrelang bestehen. Eine solche Post-Zoster-Neuralgie beruht wahrscheinlich auf einer dauerhaften Nervenschädigung und ist für die Betroffenen zum Teil mit extremen, immer wiederkehrenden Schmerzen verbunden. „Die Gefahr für eine Gürtelrose und eine Post-Zoster-Neuralgie steigt mit dem Alter. Deshalb wäre eine Impfung auch in Deutschland eine wichtige Vorsorgemaßnahme für ältere Menschen", fordert Dr. Walger. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts in Berlin empfiehlt bislang lediglich allen Kindern zwischen 11 und 14 Monaten eine Windpocken-Impfung. Ungeimpfte Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die noch keine Windpocken-Erkrankung durchgemacht haben, sollten sich ebenfalls noch impfen lassen. Bis zum 13. Geburtstag reicht eine Impfung aus, danach sind 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen notwendig.
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Im Kindesalter löst eine Infektion mit Varizellen-Zoster-Viren Windpocken aus, auch Varizellen genannt. Ein Teil der Viren verbleibt nach dem Ausheilen der Erkrankung zeitlebens im Körper und kann jederzeit wieder aktiv werden. Die inaktiven Erreger nisten sich nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung in Nervenzellen in der Nähe des Rückenmarks ein und können sich im aktivierten Stadium entlang eines Hautnervs ausbreiten. Zunächst rufen sie in einem Hautgebiet, das von dem befallenen Nerv versorgt wird, flüssigkeitsgefüllte Bläschen sowie starke Schmerzen hervor. Je nachdem, welcher Nerv beteiligt ist, können Hautareale im Gesicht, an den Beinen oder Armen oder auch am Rumpf betroffen sein. Nervenareale am Rumpf sehen gürtelförmig aus, was der Krankheit ihren Namen gegeben hat. Die Erkrankung ist im Bläschenstadium infektiös und kann, ähnlich wie die Windpocken, durch direkten Kontakt mit dem Virenhaltigen Bläscheninhalt weiter gegeben werden.

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