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03.07.2008

Mediziner warnen vor Masern im Urlaub

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor Ansteckungen mit Masern in den Sommerferien. Nach Informationen des Ärzteverbandes grassieren die Masern zurzeit in vielen beliebten Urlaubsländern. Betroffen sind die Schweiz, Österreich, Irland und England - und hier vor allem die Hauptstadt London. Außerdem breitet sich das hoch ansteckende Virus gerade auch in Italien aus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom sind seit Jahresbeginn bereits mehr als 1.500 Menschen, meist Jugendliche und junge Erwachsene, erkrankt. Vor allem aus der Lombardei und dem Piemont werden fast täglich neue Fälle gemeldet. Mehr als 300 Personen mussten bisher in Krankenhäusern behandelt werden.

„Wer in den Sommerferien in Gebiete fährt, in denen das Masernvirus grassiert, sollte auf jeden Fall geschützt sein", rät Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ. Besonders gefährdet sind Säuglinge, die ja noch nicht geimpft werden können und bei denen eine Maserninfektion schlimme Spätfolgen haben kann. "Wir raten Eltern daher unbedingt dazu, den eigenen Impfschutz und den ihrer Kinder zu überprüfen", so Dr. Hartmann. Wer ein Baby dabei hat, sollte in den betroffenen Regionen deshalb größere Menschenansammlungen meiden. Gleiches gilt auch für ungeschützte Schwangere. Eine Maserninfektion in der Schwangerschaft kann zu Schädigungen des Ungeborenen führen - deshalb sollten auch Frauen mit Kinderwunsch sich gegen Masern impfen.

Typisch für Masern ist der Ausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. Hinzu kommen häufig tränende, lichtempfindliche Augen. Gefürchtet sind die Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen, die mit den Masern auftreten können. Doch auch eine überstandene Masernerkrankung kann nach Monaten oder Jahren noch gravierende Spätfolgen nach sich ziehen. Die so genannte Subakute Sklerosierende Panenzephalitis - kurz SSPE - führt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gehirns und verläuft immer tödlich.

Impfungen vor Auslandsreisen überprüfen

 
Bild: Gelblich verfärbte Bindehäute
bei Hepatitis A.
Vor Auslandsaufenthalten raten Ärzte generell dazu, sich frühzeitig über mögliche Gesundheitsrisiken am Zielort zu informieren. Laut einer aktuellen Umfrage unter Reisenden kennen mehr als 80% diese Gesundheitsgefahren nicht. „Dabei sollte meist nicht nur der Masernimpfschutz überprüft werden. In der Türkei gab es im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Mumpsfälle - in Ägypten mehr als 11.000 Rötelninfektionen. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit einer Kombinationsimpfung gegen alle 3 Infektionskrankheiten zu immunisieren, wenn man in diese Länder reist. Für Kinder im 2. Lebensjahr wird eine 4-fach-Kombinationsimpfung empfohlen, die auch noch zusätzlich vor Windpocken schützt.

In vielen Ländern im Süden und Osten Europas und dem Mittelmeerraum ist auch eine Impfung gegen Gelbsucht ratsam. "Immer wieder kommt es dort zu Ausbrüchen der infektiösen Leberentzündung Hepatitis A - so wie aktuell in Valdarno in der Nähe von Florenz", warnt Hartmann. Im Gegensatz zu den so genannten Kinderkrankheiten (Masern, Mumps, Röteln und Windpocken), die durch Tröpfcheninfektion z.B. über Speichel übertragen werden, erfolgt eine Ansteckung mit Hepatitis A - der Reisegelbsucht - durch kontaminierte Lebensmittel und Getränke. Insbesondere der Verzehr von Muschelgerichten kann zu einer Gelbsuchterkrankung führen. Für Muschelliebhaber gilt daher: Erst impfen, dann schlemmen.

Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Kinderimpfungen werden von allen Kassen in Deutschland erstattet. Und auch viele Schutzimpfungen vor Auslandaufenthalten gehören inzwischen zum Leistungsprogramm von mehr als 50 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

 

 



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