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11.07.2008 Infektionskrankheiten sind für Senioren im Urlaub besonders gefährlich
„Mit zunehmendem Alter verlaufen Erkrankungen mit deutlich mehr Komplikationen. So ist es auch zu erklären, dass die Todesrate bei vielen Erkrankungen bei älteren Menschen höher ist. Und das gilt insbesondere für Infektionen, die im Ausland erworben werden. Bereits im nahen Ausland, z.B. rund ums Mittelmeer oder in Osteuropa, trifft das Immunsystem auf unbekannte Erreger", warnt Prof. Löscher. Immer mehr ältere Menschen verreisenNach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Kiel sind bereits mehr als 30% der Urlauber über 60 - Tendenz weiter steigend. Während 1972 erst 38% der über 60-Jährigen eine Urlaubsreise unternahmen, sind es heute schon über 67%. Dabei verreisen mehr und mehr Senioren auch ins Ausland: 2015 werden 66% der 70- bis 80-Jährigen ihre Haupturlaubsreise im Ausland verbringen, so die Schätzung der FUR. Heute sind es etwas mehr als 50%.
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Im Ausland erworbene Infektionskrankheiten haben bei älteren Menschen oft schwerwiegende Folgen. Denn mit zunehmendem Alter lassen die Abwehrkräfte immer mehr nach. „Das Immunsystem älterer Menschen produziert weniger Abwehrzellen und Antikörper, so dass zahlreiche Erreger eher zu Erkrankungen führen und diese schwerer verlaufen", erklärt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Mangelhafte Ernährung und zu geringe Flüssigkeitszufuhr schwächen die Immunabwehr häufig noch zusätzlich. Außerdem sind Kreislauf und Stoffwechsel weniger belastbar und leiden stärker unter den Folgen einer Infektion.
Reise- und Tropenmediziner warnen deshalb vor einer allzu sorglosen Urlaubsplanung. Ältere Menschen sollten sich vor dem Beginn einer Urlaubsreise über die Infektionsgefahr im Zielland informieren und sich vor einer möglichen Infektion schützen. Dazu gehört ein möglichst lückenloser Impfschutz: „Ältere Menschen sollten nur geimpft ins Ausland fahren, da ihr Körper empfindlicher auf Krankheitserreger reagiert", rät Prof. Löscher. 

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