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11.07.2008

Marburg-Virus: Tropenmediziner warnen vor Kontakt mit Fledermäusen

Nach dem Tod einer niederländischen Touristin durch das Marburg-Virus raten Tropenmediziner dringend, den direkten Kontakt mit Fledermäusen und Affen zu meiden. „Wir wissen, dass Fledermäuse tödliche Erreger wie Marburg-, Ebola- oder Tollwutviren übertragen können. Offenbar kann eine Infektion nicht nur durch Bisswunden oder den Verzehr dieser Tiere erfolgen, es gibt auch Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Ausscheidungen gefährlich sein kann", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Nach Medienberichten hatte die 40-jährige Frau in Uganda eine Höhle besucht, in der Flughunde leben. „Fledermäuse gehören in manchen Teilen Afrikas auch zur Beute von Affen, die wiederum von Menschen gejagt und verzehrt werden. So kommt es immer wieder zu Ausbrüchen dieser so genannten hämorrhagischen Viruserkrankungen, die sehr häufig tödlich enden. Touristen sollten daher sehr vorsichtig sein und in den Verbreitungsgebieten von Marburg- und Ebolaviren auf Höhlenbesuche verzichten, insbesondere wenn diese Fledermäuse beherbergen", rät Prof. Löscher.

Urlauber kennen Gesundheitsrisiken nicht

 
Bild: Tollwut-Viren unter dem
Elektronenmikroskop.
Eine aktuelle Umfrage unter mehr als 8.000 Reisenden aus ganz Europa hat ergeben, dass mehr als 80% die möglichen Gesundheitsgefahren im Reiseland nicht kennen. Experten empfehlen zur Ferienzeit, die notwendigen Vorbeugemaßnahmen zu beachten. „Die Praxis in unserer reisemedizinischen Ambulanz bestätigt leider, dass die meisten Reisenden nur unzureichende Informationen über ihre Urlaubsländer haben", kritisiert der Tropen- und  Reisemediziner.

So kann für manche Länder in Afrika, Asien und Südamerika eine Tollwut-Impfung wichtig sein. „Als Faustregel gilt: Nicht jeder Infizierte erkrankt an Tollwut, aber jeder Erkrankte stirbt! Eine Impfung kann daher lebensrettend sein und sollte auf jeden Fall gegeben werden, wenn man in diesen Gebieten Bissverletzungen erleidet", so Prof. Löscher. 

Wer nach der Rückkehr aus den Tropen über Unwohlsein oder Fieber klagt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. „Gerade bei tropischen Fiebererkrankungen kann jede Stunde zählen. Viele Tropenerkrankungen können bei rechtzeitiger Entdeckung auch behandelt werden", sagt Löscher. Eine Therapie von hämorrhagischen Erkrankungen wie Marburg-, Ebola- oder Lassa-Fieber gibt es allerdings noch nicht: 25 bis 90% der Erkrankten sterben.  

 

 



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