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03.09.2008

Hoher Blutdruck: Deutsche essen zu viel Salz

Die Deutschen essen zu salzig - Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen sind die Folge. Namhafte Experten rufen deshalb zur Gründung einer Task Force "Weniger Salz für alle" auf (DMW 2008, 133: Seite 1317). Ihr Ziel soll die Senkung des Salzgehalts in Supermarktprodukten, Restaurantgerichten und Fastfood sein.

Zwischen 8 und 10 Gramm Kochsalz nehmen Erwachsene in Industrieländern täglich mit der Nahrung zu sich. Bei Naturvölkern sind es weniger als 3 Gramm, dort ist der Bluthochdruck fast unbekannt. Auch in den Industrieländern könnte die Zahl der Herzkreislauferkrankungen deutlich sinken, wenn die Kochsalzzufuhr auf 6 Gramm täglich beschränkt würde. Dadurch könnte Medizinern zufolge mittelfristig die Zahl der Schlaganfalltodesfälle um 13% und die Zahl der Herzinfarkttodesfälle um 10% sinken. Bei der Zahl der Hochdruckkranken erwarten sie sogar einen Rückgang um 30%.

Beispiel aus anderen Ländern zeigt: Weniger Salz schützt vor Herzinfarkt

Allein durch Änderung der individuellen Ernährungsgewohnheiten ist dieses Ziel jedoch nur schwer zu erreichen. Denn 80% des Kochsalzes ist in industriell bearbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst, Käse, Soßen, in Fertiggerichten, Fastfood und Restaurantessen enthalten. Dass es nichts destotrotz gelingen kann, den Salzkonsum zu senken, zeigt aber das Beispiel Finnland: In der Provinz Nordkarelien konnte durch den Ersatz von Kochsalz durch ein kochsalzreduziertes Mineralsalz der Blutdruck in der Bevölkerung gesenkt werden, die Sterblichkeit an Herzinfarkt und Schlaganfall ging ebenfalls deutlich zurück. Auch in den USA und Großbritannien sind Initiativen zur Beschränkung der Kochsalzzufuhr weit fortgeschritten: In Großbritannien wird der Salzgehalt auf vielen Nahrungsmitteln vereinfacht nach dem Ampelprinzip angegeben.

Eine solche freiwillige Kennzeichnung schwebt Experten auch für Deutschland als Nahziel vor. Mittelfristig müsste dann der Gebrauch von Kochsalz in Lebensmitteln, Fast-Food und Restaurantgerichten vermindert werden. In 10 Jahren könnte der Kochsalzgehalt um 40 bis 50% verringert werden. Erst dann ist mit einer wirksamen Senkung des durchschnittlichen Blutdrucks in der Bevölkerung und einer Abnahme von Herzkreislauferkrankungen zu rechnen.

 

 



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