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23.07.2008

Deutsche Olympiamannschaft schützt sich vor Hepatitis

Viele Mannschaftsärzte haben das Angebot der Deutschen Leberstiftung angenommen und ihre Sportler auf einen möglichen Immunschutz gegen die beiden gefährlichen Formen der infektiösen Leberentzündung untersuchen lassen. „Von den knapp 200 Olympiateilnehmern, die wir getestet haben, hatte etwa die Hälfte keinen Schutz gegen Hepatitis A oder B. Die meisten dieser Sportler haben sich dann im Rahmen dieser Aufklärungsaktion impfen lassen. Zu den prominentesten Impflingen gehören auch unsere Handball-Weltmeister - denen wir natürlich fest die Daumen drücken, damit sie in Peking Gold holen", so Dr. Heiner Wedemeyer, Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover, der die Aktion für die Deutsche Leberstiftung betreut.

Im Gegensatz zu Hepatitis A, die vor allem durch infizierte Speisen und Getränke übertragen wird und nur bei älteren Menschen auch lebensgefährliche Folgen haben kann, wird Hepatitis B von Mensch zu Mensch übertragen. Im Blut, aber auch in anderen Flüssigkeiten wie Speichel, Schweiß oder Sperma, kann sich bei Erkrankten das Virus in hoher Zahl befinden - deshalb ist die Ansteckungsgefahr bei körperbetonten Sportarten durchaus gegeben. „Boxer werden regelmäßig auf mögliche Hepatitis-Erkrankungen untersucht und dürfen nicht in den Ring, wenn sie infiziert sind. Hepatitis B ist 100-mal ansteckender als HIV - dem Erreger von Aids. Insofern ist ein Schutz in Sportarten besonders wichtig, bei denen es zu engen Körperkontakten und zu blutenden Verletzungen wie Riss- und Schürfwunden kommen kann", erläutert Wedemeyer.

Hepatitis in China und Südostasien weit verbreitet

China und auch Südostasien gehören weltweit zu den Regionen mit der höchsten Zahl von Hepatitis-B-Infektionen. Etwa 60% der Chinesen kommen im Laufe ihres Lebens mit diesem gefährlichen Erreger in Kontakt - rund 10% leiden an einer chronischen Hepatitis B, die zu einem Tumor in der Leber führen kann. Leberkrebs ist eine der häufigsten Todesursachen in diesem Teil der Welt. Auch die Hepatitis A - die so genannte Reisegelbsucht - ist in Südostasien weit verbreitet. "Die hygienischen Standards sind mit mitteleuropäischen Bedingungen nicht zu vergleichen, daher besteht für ungeschützte Touristen ein hohes Ansteckungsrisiko. Leider wissen wir, dass viele Urlauber diese Gefahren gar nicht kennen und ohne ausreichenden Impfschutz verreisen", warnt Prof. Dr. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und Leiter des Tropeninstitutes in München.

Der Tropenmediziner begrüßt deshalb die Impfaktion der Deutschen Leberstiftung: „Sportler haben ja immer auch eine Vorbildfunktion - insofern ist es sehr gut, dass unsere Olympiamannschaft mit gutem Beispiel voran geht. Studien zeigen, dass unter den normalen Reisenden in Risikoländer deutlich weniger als die Hälfte gegen Gelbsucht geschützt ist. Das lässt sich natürlich dadurch erklären, dass Profisportler eine sehr gute medizinische Betreuung haben. Umso wichtiger ist es daher, die aktuellen Empfehlungen der Tropeninstitute und Reisemediziner zu beachten. Mehr als 70 Krankenkassen in Deutschland bezahlen inzwischen Reiseimpfungen. Es lohnt sich also, bei der eigenen Kasse nachzufragen", rät Löscher.

Weitere Infos zu Hepatitis A und B auf der Webseite der Deutschen Leberstiftung www.deutsche-leberstiftung.de. Eine Liste der Kassen, die die wichtigsten Reiseimpfungen bezahlen, gibt es hier.



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