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30.07.2008

Aidsepidemie stabilisiert sich auf hohem Niveau

Weltweit leben rund 33 Millionen Menschen mit dem Aidserreger HIV im Blut. Jeden Tag stecken sich rund 7500 Menschen neu an, wie das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen am Dienstag in New York berichtete. Die globale Aidsepidemie stabilisiere sich auf einem "inakzeptabel hohen" Niveau. Im vergangenen Jahr seien etwa 2 Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwäche gestorben, rund 2,7 Millionen infizierten sich neu, heißt es im Weltaidsbericht 2008. Nach wie vor können Medikamente den Ausbruch der unheilbaren Krankheit nur verzögern.

Afrika ist weiter Zentrum der Epidemie: Dort leben 2 von 3 Betroffenen (67%), dort starben 2007 3 von 4 Aids-Opfern (72%). Die Zahl infizierter Kinder jünger als 15 Jahre erreichte im vergangenen Jahr weltweit mit etwas mehr als 2 Millionen einen neuen Höchststand, 270.000 Kinder starben and Aids, 370.000 infizierten sich neu. Immerhin ist die Zahl der Todesfälle bei Kindern leicht gesunken: Im Jahr 2003 waren noch 310.000 Kinder an der Immunschwäche gestorben. In Deutschland hatte das Robert Koch-Institut für 2007 insgesamt 2.752 HIV-Neuinfektionen registriert, 4% mehr als 2006. Die Zahl der Erstdiagnosen hat sich damit seit 2001 beständig erhöht.

Nachlassende Sorgfalt von Risikogruppen

Hierzulande gibt es nach Ansicht der Deutschen Aids-Stiftung eine "neue Nachlässigkeit" im Umgang mit der tödlichen Krankheit. Anlässlich der Veröffentlichung des Welt-Aids-Berichts in New York sagte Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand: "Potenziell Betroffene" schützten sich weniger konsequent vor der Immunschwäche als noch vor einigen Jahren. Hauptsächlich betroffen von der Krankheit sind demnach immer noch Männer, die Sex mit Männern hätten. Die Wahrscheinlichkeit, auf einen Partner zu treffen, der infiziert ist, ist wesentlich größer als in anderen Teilen der Bevölkerung. Auch bei Frauen ist die Anzahl der Neuinfektionen in den letzten Jahren gestiegen. Sie machten inzwischen 20 bis 25% aller Neuinfektionen aus.

Als größte Problemgruppe beschreibt Heide homosexuelle Männer um die 40. Bei ihnen sei das Schutzverhalten nicht mehr so konsequent, "wie es noch vor einigen Jahren war" sagte er. Vielen Erkrankten gehe es jetzt durch neue Therapien besser und sie könnten mit Aids deutlich länger leben. «Das wird oft missdeutet als Heilung", sagte Heide. In Deutschland habe sich die Immunschwäche weniger stark ausgebreitet als noch vor 20 Jahren befürchtet worden sei. Auch das trage dazu bei, dass das Problem nicht mehr so stark wahrgenommen werde.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter www.hiv-info.de.

 



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