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05.08.2008

Hormonmangel bei Nierenschwäche

Viele Patienten mit einer Erkrankung der Nieren weisen zu geringe Schilddrüsenwerte im Blut auf. Dies könnte die Gefahr von Herz-/Kreislauferkrankungen erhöhen, warnt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Leicht erniedrigte Schilddrüsenwerte bleiben häufig unentdeckt, da sie entweder keine Symptome verursachen oder die Krankheitszeichen mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.

Einer Studie amerikanischer Wissenschaftler zufolge funktioniert bei jedem 10. Nierenpatienten die Schilddrüse nicht ausreichend, ohne dass dies jedoch zu äußerlich erkennbaren Beschwerden führt. Demnach arbeitet die Schilddrüse umso schlechter, je stärker die zugrunde liegende Nierenerkrankung ausgeprägt ist.

Hormonmangel kann das Herz schädigen

„Die Hormonwerte sind der Untersuchung zufolge zwar nur leicht erniedrigt. Dies könnte jedoch bereits ausreichen, um das Kreislaufsystem zu beeinträchtigen, denn die Hormone der Schilddrüse beeinflussen auch die Herzfunktion", sagt Prof. Otto-Albrecht Müller vom BDI. So könne eine Unterfunktion der Schilddrüse zu Herzschwäche und einer Vergrößerung des Herzens führen. Da sich eine verschlechterte Herzfunktion wiederum negativ auf die Nieren auswirkt, beschleunigen niedrige Schilddrüsenhormonwerte den Verlauf einer Nierenerkrankung zusätzlich.

Ob die Unterfunktion der Schilddrüse Ursache oder Folge einer Nierenschwäche ist, wissen die Experten noch nicht. Auch gibt es noch keine gesicherte Empfehlung, Nieren-Patienten mit erniedrigen Schilddrüsenwerten mit Hormonen zu behandeln. „In jedem Falle sollten bei Patienten mit einer chronischen Nierenschwäche die Hormonwerte im Blut überprüft werden. Sind diese niedriger als normal, sollten sie regelmäßig auch ihr Herz untersuchen lassen", rät Prof. Müller.

 

 



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