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21.08.2008

Arzt hat Patienten mit Hepatitis C infiziert

Behörden des Landkreis Altenkirchen im Westerwald teilten mit, der Arzt habe Ende der 1950er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre in Katzwinkel eine Praxis betrieben. Der Mann soll für seine Patienten Spritzen benutzt haben, mit denen er Drogenabhängigen Drogenersatzstoffe verabreicht hatte. In den vergangenen Jahren waren in Katzwinkel Hepatitis-C-Fälle aufgefallen. Nachforschungen hätten ergeben, dass sich die Infektionsquelle vermutlich in der damaligen Hausarztpraxis befunden habe.

Die Behörden riefen alle Bürger, die bei dem Arzt gespritzt worden waren, zu einem kostenlosen Bluttest auf. Das Testergebnis liege nach einer Woche vor. Der Kreis rechnet nach Angaben des Sprechers aber nicht damit, dass viele neue Fälle von Hepatitis C festgestellt werden. Wenn jemand sich angesteckt habe, sei dieses wahrscheinlich schon bei ärztlichen Untersuchungen aufgefallen. In Katzwinkel waren 2007 und 2005 jeweils 5 Fälle von chronischer Hepatitis C diagnostiziert worden. 2003 waren es 2 Fälle, 2004 und 2006 gab es keine Fälle. 2008 gebe es bislang 2 neue Fälle, sagte der Sprecher. Mitte 2007 hatte der Kreis mit seinen Recherchen begonnen.

Ansteckung meist durch infiziertes Blut

Hepatitis C ist eine Leberinfektion, die im schlimmsten Fall tödlich endet. Die Erkrankung verläuft vom Betroffenen zunächst oft völlig unbemerkt. Die Viren werden durch Blut übertragen, eine sexuelle Übertragung kann laut Robert Koch-Institut (RKI) jedoch nicht ausgeschlossen werden. 2 bis 3% der Weltbevölkerung sind mit Hepatitis C infiziert, in Deutschland liegt die Rate laut RKI jedoch unter 1%. Die meisten der Neuerkrankungen gab es in Deutschland nach RKI- Daten 2006 durch Drogenspritzen und Tätowierungen. Zudem erkranken heute immer noch Menschen, die vor Jahrzehnten operiert wurden oder Blut erhielten, als es noch keinen Hepatitis-C-Test gab. Seit 1999 wird jede Blutspende auf Erbmaterial des Virus untersucht. Übertragungen im Krankenhaus gibt es dem RKI zufolge in Deutschland aufgrund der Hygienestandards nur äußerst selten.

 

 



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