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28.08.2008

Grippe-Antikörper halten ein Leben lang

Noch 90 Jahre nach dem Ausbruch der verheerenden „Spanischen Grippe" finden sich im Blut Überlebender Antikörper gegen das Virus. Diese Abwehrstoffe des Immunsystems schützen Mäuse noch heute vor einer tödlich verlaufenden Infektion mit dem Grippevirus (Nature, online vorab veröffentlicht).

Die Spanische Grippe zog zwischen 1918 und 1920 um die Welt und kostete insgesamt mindestens 25 Millionen Menschen das Leben, manche Experten gehen gar von rund 50 Millionen Todesopfern aus. Der Erreger, ein Grippevirus vom Typ H1N1, war außergewöhnlich aggressiv. Er bedrohte vor allem junge, gesunde Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und nicht wie Grippeviren anderer Typen hauptsächlich Kleinkinder und ältere Menschen.

Blutproben von Überlebenden

US-Forscher spürten nun insgesamt 32 Menschen auf, die die Grippe-Pandemie noch selbst erlebt hatten. Sie waren damals zwischen 2 und 12 Jahre alt, haben heute also ein Alter von rund 100 Jahren erreicht. Die meisten der Probanden konnten sich erinnern, dass ein Mitglied ihres damaligen Haushalts an der Grippe erkrankt war ­ sie hatten also direkt Kontakt zu dem Virus gehabt.

Im Blut aller Probanden wiesen die Forscher Antikörper gegen das Virus von 1918 nach. Bei 7 von 8 getesteten Menschen fanden sie darüber hinaus noch so genannte Gedächtniszellen im Blut, die noch immer diese Antikörper produzieren. In den Versuchen der Wissenschaftler schützten sie grippekranke Mäuse vor einer Infektion mit den Viren von damals. Die Untersuchung zeigt den Wissenschaftlern zufolge, dass im Menschen Gedächtniszellen noch viele Jahre nach einer Infektion erhalten bleiben.

Weitere Informationen zum Thema "Grippe" gibt es auch unter www.grippe-info.de.

 

 



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