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16.09.2008 Warnung: Muschelgerichte in Spanien Hepatitis-A-verseucht!
„Gerade in Mittelmeerländern sind Erkrankungen durch den Verzehr von infizierten Muscheln oder Austern mit der so genannten Reisegelbsucht - Hepatitis A - weit verbreitet. Diese Schalentiere filtern ihre Nahrung aus dem Meerwasser und können so in verschmutztem Wasser leider auch Krankheitserreger anreichern", erläutert Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Das Hepatitis-A-Virus ist relativ resistent und bleibt auch nach dem Einfrieren vermehrungsfähig. „Deshalb kommt es gar nicht so selten vor, dass Infektionen auch durch den Verzehr von Tiefkühlprodukten ausgelöst werden können, wenn die notwendige Gar-Temperatur nicht erreicht wird - und das ist bei Muschelgerichten sehr häufig der Fall", so Prof. Löscher.
Muschelfans sollten geimpft seinReisemediziner raten allen Touristen, die gerne Muschelgerichte essen, zur vorbeugenden Impfung. „Beim Verzehr von Muscheln ist leider immer damit zu rechnen, dass das Muschelfleisch mit Hepatitis-A-Viren infiziert ist. Bei wissenschaftlichen Studien kann getestet werden ob eine Muschel infiziert ist, für routinemäßige Untersuchungen bei der Produktion dieser Schalentiere sind die Testverfahren jedoch viel zu aufwändig und zu teuer. Die Viren werden beim Erhitzen auf 85° Celsius und mehr über mindestens 1 Minute vollständig inaktiviert. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass bei vielen traditionellen Muschelgerichten im Mittelmeerraum auch nach dem Kochen noch vermehrungsfähige Viren vorhanden sein können. Muschelfans sollten deshalb geimpft sein - das ist der sicherste Schutz", empfiehlt Löscher, der Leiter des Tropeninstitutes in München. Zur Grundimmunisierung reicht eine einmalige Injektion aus. Bereits nach 14 Tagen weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf. Daher kann der Schutz auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden - in beliebigen Abstand zu anderen Impfungen. Nach 6 bis 12 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann einen Schutz von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Viele Krankenkassen in Deutschland bezahlen inzwischen diese Reiseimpfungen.
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