Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


01.10.2008

Tabak gegen Krebs

Bislang waren Tabakpflanzen der Alptraum der Krebsmedizin: Weltweit sterben Millionen Menschen an Krebserkrankungen, ausgelöst durch krebserregende Substanzen im Tabak von Zigaretten. Möglicherweise könnten sie nun aber auch dabei helfen, Krebserkrankungen zu bekämpfen. US-amerikanische Wissenschaftler nutzen nämlich die Pflanze, um einen Impfstoff gegen Krebs zu gewinnen. Die Forscher hoffen, damit eines Tages eine bestimmte Form von Lymphdrüsen-Krebs behandeln zu können.

Das Wissenschaftler-Team nutzt die Tabakpflanzen mit dem Tabakmosaikvirus als Träger zur Herstellung von Antikörpern, die spezifisch auf das so genannte follikuläre B-Zellen-Lymphom reagieren, eine Form von Non-Hodgkin-Lymphomen. Die Antikörper sollen das Immunsystem dazu anzuregen, die Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. So soll das Immunsystem gegen den Krebs mobilisiert werden. Bislang wurden für derartige Versuche zur Impfstoffproduktion tierische Zellgewebe genutzt. Pflanzen schenkte man in dieser Hinsicht bisher kaum Beachtung. Sie stellen den Impfstoff jedoch nicht nur preiswerter her, er scheint zudem auch wirksamer zu sein.

 

Das Immunsystem reagiert auf die Antikörper

 
Bild: Antikörper-Moleküle
In der Studie wurden die Antikörper an 16 Patienten getestet, direkt nachdem ihre Erkrankung diagnostiziert wurde. Bei mehr als 70% der behandelten Kranken hat den Ergebnissen zufolge das Immunsystem auf die Krebszellen reagiert, ohne dass einer der Patienten unter Nebenwirkungen zu leiden hatte. Ob die Antikörper den Krebs tatsächlich zurückdrängen können, muss sich allerdings erst noch in weiteren Untersuchungen erweisen.

Bei dem Verfahren machen sich die Forscher die Möglichkeit zunutze, dass Viren das Antikörper-Gen vom Menschen auf die Tabakpflanzen übertragen können. Die Viren fügen das Gen in das Erbgut der Pflanzen ein, woraufhin diese die Antikörper in ihren Zellen produzieren. Nach einigen Tagen werden einige Tabakblätter geerntet, zerkleinert und die Eiweiße daraus extrahiert. Wenige Pflanzen sind bereits ausreichend, um genug Impfstoff für einen Patienten herzustellen.

 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...