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06.10.2008 Nobelpreis für deutschen Krebsforscher
Die beiden französischen Forscher Barré-Sinoussi und Montagnier teilen sich die andere Hälfte des Preises. Sie werden für die Entdeckung des Aidserregers HIV geehrt. Die Franzosen hatten das Immunschwächevirus Anfang der 1980er Jahre in Proben von schwer kranken Patienten isoliert. Die Entdeckung habe auch die Voraussetzungen für die antiretrovirale Behandlung der Infektion geschaffen, teilte das Nobelpreis-Komitee mit. Der US-Virologe Robert Gallo, der sich lange mit Montagnier um die HIV-Erstentdeckung gestritten hatte, geht bei der diesjährigen Nobelpreisvergabe leer aus. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Entdeckung revolutioniert Medizin
Bereits 1984 wandte sich zur Hausen mit der Idee an deutsche Pharmafirmen, auf Basis seiner Erkenntnisse einen Impfstoff gegen den Krebs zu entwickeln. Er stieß jedoch auf wenig Begeisterung - zu vage schienen den Unternehmen die Erfolgsaussichten. Später griffen US- Firmen die Idee auf. Verwendet wurden schließlich sogenannte Virus- ähnliche Partikel (VLP). Sie entsprechen der Proteinkapsel des Virus, sind aber "leer", enthalten also kein Viruserbgut. Die VLPs werden vom Immunsystem als infektiös erkannt und abgewehrt, obwohl in Wirklichkeit gar nicht infektiös sind. Impfung gegen Viren empfohlenZur Hausen plädierte mehrfach dafür, die seit Frühjahr 2007 für alle Mädchen zwischen 12 und 17 in Deutschland empfohlene Impfung auf alle Jugendlichen auszudehnen. "Sie wäre auch für Männer wichtig", betonte er. Auch sie würden von den Warzenviren befallen. Doch Viren spielen nicht nur beim Gebärmutterhalskrebs eine Rolle. Nach zur Hausens Einschätzung wird etwa jede 5. Krebserkrankung durch Infektionen hervorgerufen. Diese Zahl sei seiner Einschätzung nach nur die Untergrenze, der Anteil sei möglicherweise noch deutlich größer, betont der Virologe. So werden etwa Hepatitis-B-Viren mit Leberkrebs und Epstein-Barr-Viren mit Tumoren im Nasen- und Rachenbereich in Verbindung gebracht. Für einige der Erreger gibt es mittlerweile vorbeugende Impfstoffe. Weitere Informationen sowie einen Film zum Thema Gebärmutterhalskrebs gibt es unter www.frauenaerzte-im-netz.de.
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