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08.10.2008 Hepatitis A - lebensgefährlich für Menschen mit Leberschäden
Die infektiöse Leberentzündung Hepatitis A wird meist durch verunreinigte Speisen und Getränke übertragen. Infizierte scheiden die Viren mit dem Stuhl aus - daher kommt es häufig zu Ansteckungen im Familienkreis und bei Kontaktpersonen z.B. durch die gemeinsame Benutzung von sanitären Einrichtungen. Neben Fieber, Übelkeit und allgemeiner Abgeschlagenheit ist vor allem die Gelbfärbung von Haut und Augen typisch für die Erkrankung. Ausgelöst wird diese "Gelbsucht" durch eine Funktionsstörung der infizierten Leber - in der Folge lagern sich Gallenfarbstoffe in der Haut ab. Gegen eine Infektion mit Hepatitis-A-Viren gibt es keine Therapie. 5 Tote bei Hepatitis-Ausbruch in LettlandIn Lettland sind seit Anfang des Jahres über 1.000 Menschen an Hepatitis A erkrankt - die meisten davon mussten wegen akuten Gelbsuchtsymptomen in Krankenhäusern behandelt werden. Zentrum des Ausbruchs ist die Hauptstadt Riga mit inzwischen mehr als 830 Fällen. Bei fünf infizierten Frauen verlief die Erkrankung tödlich - alle hatten Vorerkrankungen der Leber. Nach Angaben des lettischen Gesundheitsministeriums wurden Ende September mehr als 300 weitere Verdachtsfälle untersucht. Wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte, gab es bereits zwei nachgewiesene Exporte von Hepatitis-Infektionen nach Deutschland. Die Behörden raten daher allen Lettland-Touristen zur vorbeugenden Impfung. Auch aus Tschechien werden erhöhte Erkrankungszahlen gemeldet. Nach Angaben der tschechischen Gesundheitsbehörden sind seit Juli mehr als 600 Menschen an Hepatitis A erkrankt - die meisten Erkrankungen werden in Prag und Umgebung gemeldet. „Der Osten und der Süden Europas gehören zu den Nahzielen mit erhöhtem Hepatitis-A-Risiko. Jeder Urlauber, der in Gebiete fährt, in denen Hepatitis A häufig vorkommt, sollte sich vorsorglich impfen lassen. Das gilt insbesondere für Fernreisen nach Südostasien genauso wie für Kurzaufenthalte in den Ländern des ehemaligen Ostblocks", empfiehlt der Infektions- und Tropenmediziner. Zur Grundimmunisierung reicht eine einmalige Injektion aus. Bereits nach 7-14 Tagen weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf. Daher kann der Schutz auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden - gleichzeitig oder in beliebigem Abstand mit anderen Impfungen. Nach 6-12 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann einen Schutz von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Für Menschen mit einer chronischen Lebererkrankung sowie allen chronisch Kranken mit Leberbeteiligung wie z.B. Diabetiker, werden die Impfungen gegen Hepatitis A und B als so genannte Indikationsimpfungen von allen Kassen übernommen. Darüber hinaus bezahlen viele Krankenkassen in Deutschland diese Reiseimpfungen für ihre Versicherten (eine aktuelle Liste der Krankenkassen, die Schutzimpfungen vor Auslandsreisen erstatten, gibt es hier). Eine Verbreitungskarte des Hepatitis-A-Infektionsrisikos sowie aktuelle Gesundheitsinformationen findet man online bei dem reisemedizinischen Internetdienst www.fit-for-travel.de Weitere Meldungen zum Thema:
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Infektionen mit Hepatitis A - der so genannten Reisegelbsucht - können bei Menschen mit einer Grunderkrankung schwere Komplikationen hervorrufen und zum Teil auch tödlich enden. Darauf weist der Berufverband Deutscher Internisten (BDI) hin. „Normalerweise verlaufen Erkrankungen mit Hepatitis A meist harmlos und heilen nach wenigen Wochen in der Regel ohne Folgen aus. Doch mit zunehmendem Alter und vor allem bei Menschen, deren Leber - z.B. durch Fetteinlagerung, Alkohol oder chronische Entzündungen - vorgeschädigt ist, kann diese Form der Virus-Gelbsucht sehr gefährlich werden, leider gibt es auch immer wieder Todesfälle", warnt Prof. Dr. Thomas Löscher vom BDI. Eine Gefahr, die von vielen Menschen unterschätzt wird, denn nach Schätzungen der Deutschen Leberhilfe e.V. in Köln leiden ca. 5 Mio. Menschen in Deutschland an chronischen Lebererkrankungen. „In der Praxis kommen hier zwei Dinge zusammen: Zum einen wissen viele Patienten nicht, ob ihre Leber eine Vorschädigung hat oder nicht - und zum anderen kennen sie oftmals die Infektionsrisiken im Reiseland nicht. Gerade ältere und übergewichtige Patienten gehören zu den Risikogruppen, die unbedingt entsprechend vorsorgen sollten", rät Löscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München. 




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