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24.10.2008

Gestresste Männer sterben früher

Männer sind einer neuen Studie aus Dänemark zufolge möglicherweise stressanfälliger als Frauen. Psychische Anspannung verringert demnach die Lebenserwartung junger, gesunder Männer. Die Ergebnisse der groß angelegten, sich über 20 Jahre erstreckenden Untersuchung sind ein weiterer Beleg dafür, dass psychische Belastungen, wie Stress, Angst oder Depression, wichtige Risikofaktoren für chronische Erkrankungen sind, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Der Befund widerspricht dem gängigen Klischee, dass Männer besonders belastungsfähig sind: In der Studie erhöhte Stress bei Männern die Sterblichkeit um 30% gegenüber ihren „ungestressten" Geschlechtsgenossen (American Journal of Epidemiology 2008, 168: Seite 481). Auf die Lebenserwartung von Frauen wirkt er sich dagegen anscheinend nicht aus. Gestresste Männer sterben demzufolge häufiger an Erkrankungen der Atemwege, wie z.B. Asthma. Außerdem haben sie ein 1,5-mal so hohes Herzinfarkt-Risiko und verüben etwa 6-mal so oft Selbstmord.

Stress als direkter oder indirekter Auslöser?

Noch ist allerdings ungeklärt, ob Stress tatsächlich direkt die Entstehung chronischer Erkrankungen begünstigt. „Eine andere Erklärung könnte sein, dass psychische Anspannung andere Risikofaktoren verstärkt oder den Verlauf einer bereits vorhandenen chronischen Krankheit verschlechtert. So könnte Stress beispielsweise gestresste Menschen von körperlicher Bewegung abhalten sowie zum Rauchen animieren und so die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen", erklärt Prof. Hans-Christian Deter vom BDI. Möglicherweise könne auch ein und derselbe Auslöser gleichzeitig zu Stress und schlechteren Heilungsaussichten chronischer Erkrankungen führen.

Von der Antwort auf diese Frage hängt ab, ob sich chronische Erkrankungen durch Stressverringerung vermeiden lassen. „Nur wenn Stress direkt Erkrankungen auslöst oder deren Verlauf verschlechtert, können Maßnahmen zur Stressbekämpfung und -vermeidung wirken. Ansonsten bleibt ihre Auswirkung auf die Lebenserwartung der Menschen weiterhin klärungsbedürftig", sagt Prof. Deter. Unbestritten ist dagegen, dass Stress das Wohlbefinden stark beeinträchtigt. „Weniger Stress bedeutet höhere Lebensqualität", so der Experte für Psychosomatik. Ob es aber auch gesünder macht, müsse sich erst noch zeigen.

 

 



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