Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


24.11.2008

Hände sind Paradies für Bakterien

BakterienBakterien sind nicht nur im Darm allgegenwärtig, auch die Hände stellen offenbar ein regelrechtes Biotop für unzählige Bakterienarten dar. Dank neuer Analysemethoden ist es nun erstmals möglich, die Zusammensetzung der Bakterienflora auf der menschlichen Haut vollständig zu erfassen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Bis zu 10 Millionen Bakterien leben im Schnitt auf einem Quadratzentimeter menschlicher Haut. Amerikanische Forscher haben über 4.700 Bakterienarten identifiziert, die die Handinnenflächen besiedeln (PNAS 2008, doi: 10.1073/pnas.0807920105). Demnach trägt jeder Mensch bis zu 150 verschiedene Arten auf seinen Händen. Die Zusammensetzung dieser Bakteriengemeinschaften unterscheidet sich allerdings erheblich von Mensch zu Mensch, ja sogar von Hand zu Hand: 83% der Bakterien auf der Hand eines Menschen kommen nicht auf seiner anderen Hand vor. Linkshänder weisen dabei eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien auf ihrer linken als auf ihrer rechten Hand auf, bei Rechtshändern ist es genau umgekehrt.

 
Bild: pixelio
Unterschiede fanden die Wissenschaftler auch zwischen den Geschlechtern. Frauenhände weisen nicht nur eine unterschiedliche Bakterienflora auf, sie beherbergen offenbar generell mehr Bakterienarten als die von Männern. Warum dies so ist, ist noch unklar. Möglicherweise ist der niedrigere pH-Wert der männlichen Haut ein Grund, da Bakterien in saurer Umgebung nicht so gut wachsen können. Aber auch unterschiedliche Hormonproduktion, Schweißbildung, Waschgewohnheiten und Kosmetikgebrauch könnten Ursachen sein.

Die vielen Bakterien müssen nicht zwangsläufig negativ sein - im Gegenteil. „Eine große Artenvielfalt verhindert, dass sich krankmachende Bakterien vermehren", erklärt Dr. Peter Walger vom BDI. Deshalb stellen die Bakterien auf den Händen in der Regel für gesunde Menschen keine Gefahr dar. „Trotzdem können über die Hände natürlich Krankheitserreger übertragen werden. Grippe- und Erkältungsviren oder schädliche Darmbakterien werden beispielsweise leicht über direkten Handkontakt oder über Geländer und Türgriffe verbreitet, wenn nach dem Kontakt die Hände ohne Desinfektion zum Mund oder zur Nase geführt werden, was oft genug auch ganz unbewusst passiert", so Dr. Walger. 

 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Was tun bei starker Hitze?

Worauf man im Sommer bei bei sehr hohen Temperaturen achten sollte...

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Fakten zur Schweinegrippe

Was ist Schweine-grippe? Woher kommt der Erreger? Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen können vielfältig sein

Stolpern des Herzschlags oder Herzrasen haben auch gesunde Menschen gelegentlich. Bei längeren Beschwerden sollte man jedoch zum Arzt gehen...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Pseudoallergien durch Zusatzstoffe in der Nahrung

Zusätze zur Haltbar-machung und Färbung in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln können Reizungen des Mundraums oder des Magen-Darm-Traktes bewirken...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Antioxidanzien können Diabetes fördern

Wer häufig Vitamin C und E zu sich nimmt, hat ein höheres Diabetes-Risiko...

zum Artikel...

Bei hohen Zuzahlungen verzichten Patienten auf Medikamente

Wer viel für Medikamente ausgeben muss, nimmt sie oft zu spät oder gar nicht ein...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Monokultur im Darm

Übergewicht schadet der Vielfalt der Darmflora...

zum Artikel...

Abnehmen kann ansteckend sein

Eine neue Studie zeigt: Bei einer Diät verliert oft auch der Partner Gewicht...

zum Artikel...