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18.02.2009 Nierenversagen kann Herzstillstand auslösen
Experten zufolge stellen Herzrhythmusstörungen oder eine Schwäche des Herzmuskels eine besondere Gefahr für Nieren-Patienten dar (DMW 2008, 133: Seite 1844). Die Ursache liegt in der beschleunigten Gefäßverkalkung beim allmählichen Nierenversagen. Sie betrifft anders als bei gesunden Menschen nicht nur die innerste Schicht der Gefäßwände, sondern auch die Muskelschicht der Arterien. Die Blutgefäße verlieren dadurch ihre Elastizität, die normalerweise die Blutdruckwellen abdämpft und so das Herz entlastet. In den zu starren Blutgefäßen ist die Ausbreitung des Pulses beschleunigt: Die Pulswellen werden wie ein Echo von den kleineren Gefäßen zum Herzen zurückgeworfen und belasten das Herz. Phosphat lässt Gefäßwände verkalkenWeshalb die Muskelschicht der Gefäße bei Nierenkranken verkalkt, ist nicht genau bekannt. Möglicherweise spielen Störungen des Mineral- und Knochenhaushalts eine Rolle. Bei einer Nierenschwäche ist die Ausscheidung von Phosphat gestört, so dass sich Knochenminerale sich in der Gefäßwand ablagern. Dadurch können sich Muskelzellen in knochenähnliche Zellen verwandeln. Der Extremfall dieser Verknöcherung in den Arterien ist die so genannte Calciphylaxie: Arterien in der Haut verkalken vollständig, die Durchblutung ist gestört, es kommt zu Geschwüren, die nicht verheilen, sich infizieren und zum Ausgangspunkt einer Blutvergiftung werden. „Die große Bedeutung des gestörten Mineral- und Knochenhaushalts hat zu einem neuen Krankheitskonzept des chronischen Nierenversagens geführt. Die Herzkreislaufrisiken von Nieren-Patienten müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden", sagt Prof. Mann. Die Patienten müssten konsequent Medikamente einnehmen, die Blutdruck und Cholesterinspiegel normalisieren. Dabei sollten bevorzugt nierenschonende Wirkstoffe eingenommen werden. Außerdem hilft ein Verzicht auf Rauchen und ein normales Körpergewicht dabei, die Nieren langfristig zu schützen.
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Viele Nierenkranke sterben vorzeitig an Herzkreislauferkrankungen, schreibt Prof. Johannes Mann in der Fachzeitschrift DMW (Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008, 133: Seite 1839). Bei älteren Dialyse-Patienten ist das Risiko gegenüber Gleichaltrigen, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, 20-fach, bei jüngeren sogar um den 1000-Fach erhöht. Das Sterberisiko steigt schon viele Jahre, bevor die Patienten an die künstlichen Nieren angeschlossen werden müssen. Viele erleben die Dialysebehandlung deshalb nicht mehr.

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