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30.12.2008 Fachärzte in Bayern sprechen AOK-Versicherte gezielt an
„Wer sich als AOK-Versicherter in diesen Hausärztevertrag einschreiben lässt, kann nur noch mit Überweisung zum Facharzt. Zwar hat der Gesetzgeber ausdrücklich Kindern und Jugendlichen freien Zugang zu den hierfür spezialisierten Kinder- und Jugendärzten garantiert, doch erhalten diese dann für ihre fachärztliche Behandlung von der AOK Bayern um 30-40 % weniger Honorar als ein Allgemeinarzt ohne die entsprechende 5-jährige Qualifikation in dieser Fachrichtung. Geringere Bezahlung bei besserer Qualifikation für die kleinen Patienten - das ist absurd. Eine derartige Unausgewogenheit in der Honorarverteilung durch die AOK werden wir Kinder- und Jugendärzte so nicht hinnehmen. Als Alternative - so sieht es im Moment aus - bleibt uns daher nur der Ausweg, die in diesem AOK-Vertrag eingeschriebenen Kinder- und Jugendlichen ausschließlich gegen Kostenübernahme zu behandeln", warnt Dr. Heinz Reiniger, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern vor den Auswirkungen des exklusiven Hausärztevertrages, den die AOK-Bayern mit dem Bayerischen Hausärzteverband (BÄHV) vorbereitet hat und der im neuen Jahr in Kraft treten soll. Die Versicherten selber wollen offenbar auf die Kompetenz der Fachärzte keinesfalls verzichten. Nach einer Online-Umfrage auf der Internetseite des BVKJ www.kinderaerzte-im-netz.de wollten fast 85% der mehr als 500 befragten Eltern mit ihren Kindern nur zum Kinder- und Jugendarzt. „Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ war, so zeigt sie doch deutlich eine Tendenz: Patienten in Deutschland wollen auch in der alltäglichen Betreuung auf die Kompetenz von Kinder- und Jugendfachärzten nicht verzichten Doch die Politik und die AOK-Bayern scheinen das völlig zu ignorieren. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen der AOK-Versicherten in unseren Praxen, wenn wir sie mit diesen Fakten konfrontieren. Verbunden damit wird auch die Empfehlung an die Eltern sein zu überprüfen, welche Kasse für ihre Kinder das beste Leistungsangebot macht und ob ihre Kasse unterstützt, dass Kinder und Jugendliche von Ärztinnen und Ärzten optimal versorgt werden, die dafür auch ausgebildet sind", so Reiniger weiter. Bayerische Fachärzte fordern Selektiv-VerträgeEine Lösung für den Konflikt mit der AOK in Bayern sehen die unterzeichnenden Arztverbände in selektiven Verträgen, die die AOK – wie auch andere Kassen – mit den Fachärzten direkt abschließen sollten. „Wir fordern die AOK zu direkten Verhandlungen mit allen beteiligten Verbänden auf. Diese Verträge könnten sowohl für den fachärztlichen Bereich (§ 73c-Verträge für Gynäkologen, Kardiologen, Dermatologen, HNO-Ärzte, Anästhesisten, fachärztliche Internisten mit und ohne Schwerpunkt sowie andere Facharztgruppen) als auch für den hausärztlichen Versorgungsbereich (§73b-Verträge für Kinder- und Jugendärzte und hausärztliche Internisten) direkt abgeschlossen werden und hätten dann sicherlich auch Vorbildcharakter für andere Bundesländer. Im Zentrum dieser Verträge steht die qualitativ beste Versorgung für die Patienten - und das muss doch das Ziel aller Beteiligten sein", appelliert Prof. Malte Ludwig, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). „Dieser Verhandlungsweg wird von vielen Fachärzten unterstützt. Wir wollen direkte Verhandlungen", bekräftigt Dr. Peter Schmied, Vorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI).
Unterzeichner:Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ-e.V.- www.kinderaerzte-im-netz.de) Berufsverband der Frauenärzte (BVF e.V. - www.frauenaerzte-im-netz.de) Berufsverband Deutscher Anästhesisten, Bayern (Frank.Vescia@t-online.de) Landesverband für Ambulantes Operieren Bayern e.V. (www.laob.de)
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Mit Beginn des neuen Jahres starten viele bayerische Fachärzte in ihren Praxen gezielte Aufklärungsaktionen für AOK-Patienten. Mit Handzetteln und Plakaten weisen die Mediziner auf die Folgen hin, die eine Einschreibung in den so genannten hausarztzentrierten Versorgungsvertrag für AOK-Versicherte haben wird.
Sollte die AOK allerdings bei ihrem jetzigen Kurs bleiben, der die niedergelassenen Fachärzte deutlich benachteiligt, dann sind etwa 5.000 Fachärzte bereit, für ihren Existenzkampf auch die über 3 Millionen Versicherten der AOK einzubeziehen. „Wir haben einen Organisationsgrad von über 90% - das heißt Maßnahmen, die wir jetzt planen, werden wir auch so flächendeckend durchführen. Es sollte nicht vergessen werden, dass wir Ärzte mit unserer Arbeit und die Patienten mit ihren Beiträgen die Leistungserbringer im Gesundheitswesen sind. Und das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ist sicherlich ein anderes als das eines Patienten zu seiner Versicherung. Sollten die Patienten sich auch weiterhin beim Facharzt ihres Vertrauens behandeln lassen wollen, dann werden wir sie bezüglich der richtigen Krankenversicherung entsprechend informieren. Insofern sehen wir auch einer Auseinandersetzung mit der größten Kasse in Bayern zuversichtlich entgegen", so Dr. Volkmar Männl, Vorsitzender des Berufsverbandes der niedergelassenen Kardiologen in Bayern. 

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