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12.01.2009

Kann die Psyche Krebs auslösen?

Der seelische Einfluss auf die Entstehung von Krebs ist Experten zufolge bislang wissenschaftlich nicht belegt. Nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) gibt es bislang wenig überzeugende Hinweise darauf, dass psychische Symptome wie Angst, Trauer oder Stress den Ausbruch von Krebs fördern können. Trotz intensiver Untersuchungen lässt sich dies bisher ebenso wenig bestätigen wie das Vorhandensein einer so genannten „Krebspersönlichkeit".

Eine Krebsdiagnose ist ein schwerer Schock und löst bei den Betroffenen Fragen nach dem „Warum" aus. Da sich in vielen Fällen keine eindeutige Ursache für einen solchen Schicksalsschlag bestimmen lässt, werden oft seelische Probleme als Erklärung herangezogen. „Viele Krebs-Patienten suchen verzweifelt nach einem Grund für ihre Erkrankung, z.B. unterdrückte Konflikte oder andauernde Überforderung. Ob aber tatsächlich psychische Faktoren Krebs auslösen oder zumindest begünstigen können, dafür gibt es bisher keinen Beleg. So konnten Studien letztlich keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einer Depression und dem Krebsrisiko nachweisen, auch wenn Einzelfälle immer wieder das Gegenteil zu beweisen scheinen, und das Immun- oder Hormonsystem prinzipiell durch psychische Faktoren beeinflussbar ist", sagt Prof. Hans-Christian Deter vom BDI.

Krebs kann jeden treffen

Weit verbreitet ist auch die Vorstellung, dass manche Menschen durch ihre Persönlichkeit besonders gefährdet sind. „Eine Krebspersönlichkeit gibt es nicht. Dass bestimmte Charaktereigenschaften wie Ängstlichkeit oder eine geringe Belastbarkeit das Krebsrisiko erhöhen, ist spekulativ und hat keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage", betont Prof. Deter. Angeborene Veränderungen im Erbgut, schädliche Umwelteinflüsse oder Virusinfektionen seien die häufigsten bekannten Auslöser für Krebserkrankungen. „Krebs kann deshalb prinzipiell jeden treffen - ganz unabhängig von seinem Charakter", so der Experte für Psychosomatik und Psychotherapie.

Gleichwohl dürfte die Psyche den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflussen. „Krebs-Patienten können den Heilungsprozess durchaus unterstützen, wenn sie lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und der Krankheit aktiv begegnen. Psychotherapeutisch geschulte Fachärzte, Angehörige oder Selbsthilfegruppen können dabei wichtige Hilfestellungen geben", rät Prof. Deter.

 

 



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