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27.02.2009

Forscher schützen Körper vor dem eigenen Immunsystem

AutoimmunerkrankungBritischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Immunzellen so umzuprogrammieren, dass sie nicht mehr den eigenen Körper attackieren. Auch wenn sich die Forschung noch in einem frühen Stadium befindet, könnten die Ergebnisse möglicherweise ein neuer Ansatz für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen sein, teilt der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) mit.

Immunzellen durchlaufen während ihrer Entwicklung einen Reifeprozess. Dabei werden die Zellen aussortiert, die auf körpereigene Strukturen reagieren. Bei Autoimmunerkrankungen, wie z.B. rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew, funktioniert unter anderem diese Auslese nicht mehr. Infolgedessen bleiben Immunzellen übrig, die verschiedene Gewebetypen angreifen und dort schwere Entzündungen hervorrufen können. Wissenschaftler suchen deshalb schon lange nach Wegen, wie sie die Toleranz des Immunsystems gegenüber dem eigenen Körper wieder herstellen können.

Schäden durch umprogrammierte Immunzellen verhindert

Forscher aus Cambridge konnten nun Immunzellen von Mäusen genetisch so verändern, dass diese die überschießende Immunreaktion gegen körpereigenes Gewebe stoppten (PLoS Biology 2008; online veröffentlicht). Dazu versahen sie diese mit einem genetischen Schalter, mit dem sie die aggressiven „Entzündungs"-Zellen in einen Zelltyp umwandelten, der die Immunantwort bremst. Mit dieser Technik konnten die Wissenschaftler exakt die Immunzellen blockieren, die das körpereigene Gewebe angreifen. In den so behandelten Mäusen kamen arthritische Prozesse daraufhin zum Erliegen und bereits aufgetretene Schäden besserten sich sogar wieder.

Das Immunsystem derart gezielt zu unterdrücken, war bis jetzt unmöglich. „Das Problem ist, dass in den meisten Fällen nicht bekannt ist, gegen welche Strukturen im Körper sich überaktive Immunzellen genau richten. Bislang gibt es lediglich Medikamente, die das Immunsystem nur unspezifisch dämpfen oder die Entzündungsreaktionen unterdrücken. Die neuen Ergebnisse könnten daher ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg sein, das Immunsystem gezielt zu beeinflussen", sagt Prof. Jörn Kekow vom BDRh. Allerdings seien die Erkenntnisse noch weit davon entfernt, beim Menschen angewandt werden zu können. „Ob Menschen mit einer Autoimmunerkrankung eines Tages mit dieser Technik behandelt werden können, ist noch offen", so Prof. Kekow. Zunächst müssten die neuen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen und dann die Wirkung sowie mögliche Nebenwirkungen untersucht werden.

 



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