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10.02.2009

Hepatitis A in Europa auf dem Vormarsch

In Europa ist die Zahl der Hepatitis-A-Fälle im letzten Jahr dramatisch gestiegen. In einzelnen Ländern wie z.B. Lettland erkrankten 2008 über 3.000 Personen, 17 Menschen starben. Auch in Deutschland hat die Zahl der Erkrankungen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin leicht zugenommen. Angesichts dieser Entwicklung ruft der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) zu Impfungen gegen auch als Reisegelbsucht bezeichnete Infektionskrankheit auf.

Neben Lettland kam es letztes Jahr auch in Tschechien zu einem Hepatitis-A-Ausbruch: Im Verlauf des Jahres starben 2 Menschen an der Viruserkrankung. Insgesamt hatten sich über 1.600 Menschen infiziert - 10-mal mehr Menschen als noch 2007. Auch in der Slowakei infizierten sich 2008 mit 670 Personen fast doppelt so viele wie im Jahr davor.

Impfung für ältere Menschen und Leber-Patienten besonders empfohlen

Eine Infektion mit Hepatitis-A-Viren gefährdet vor allem ältere Menschen und Menschen mit Leberbeschwerden. „Mit zunehmendem Alter und vor allem bei Menschen, deren Leber vorgeschädigt ist, z.B. durch Fetteinlagerung, Alkohol oder chronische Entzündungen, kann diese Form der Virus-Gelbsucht sehr gefährlich werden. Gerade chronisch leberkranke Patienten gehören zu den Risikogruppen, die sich unbedingt impfen lassen sollten", rät Prof. Thomas Löscher vom BDI.

Experten machen schlechte hygienische Verhältnisse für die steigenden Zahlen verantwortlich. „In Mitteleuropa erwirbt kaum mehr jemand eine natürliche Immunität gegen Hepatitis-A-Viren. Wer dann mit Erregern in Kontakt kommt, kann sich leicht anstecken, denn Hepatitis A ist hoch infektiös. Die Zunahme dieser Erkrankungen ist auch ein Hinweis darauf, dass sich bisher zu wenige Menschen gegen diese Form der infektiösen Leberentzündung impfen lassen. Wenn die Zahl der Menschen mit einer ausreichenden Immunität nur relativ klein ist, können sich die Erreger leichter ausbreiten und die Gefahr von Ausbrüchen oder gar Epidemien steigt", erklärt Prof. Löscher.

Reisende nach Ägypten und Osteuropa gefährdet

Immer wieder werden die Hepatitis-A-Viren auch durch Reisende und Urlauber nach Europa eingeschleppt. So haben sich zwischen September und November 34 deutsche und 10 belgische Touristen sowie weitere aus Frankreich, Irland, und Polen während Kreuzfahrten auf dem Nil mit den Erregern angesteckt. „Kein einziger der erkrankten deutschen Touristen war geimpft. Dies zeigt deutlich, wie wichtig es ist, nur geimpft in Risikogebiete zu reisen. Dazu zählen Ost- und Südosteuropa, Mittelmeerländer wie Türkei, Griechenland, Ägypten oder Tunesien sowie alle tropische Regionen", empfiehlt der Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nach Ausbrüchen unter Urlaubern aus verschiedenen europäischen Ländern raten Experten Ägypten-Urlaubern dringend zu einer rechtzeitigen Impfung vor Reisebeginn. In den letzten Jahren ist es in Ägypten immer wieder zu Hepatitis-A-Ausbrüchen unter Touristen gekommen. Selbst in 4-Sterne-Hotels haben sich Gäste mit den Viren angesteckt. „Gerade in Mittelmeerländern sind Erkrankungen durch den Verzehr von infizierten Lebensmitteln sehr häufig. An erster Stelle sind hier Schalentiere wie Muscheln oder Austern zu nennen, die die Hepatitis-A-Viren aus dem Wasser anreichern. Aber auch durch verunreinigtes Wasser und Getränke oder direkten Kontakt zu Infizierten kann man sich leicht mit Hepatitis A infizieren. Eine Impfung ist deshalb der einzig sichere Schutz", betont Löscher.

Infektionen mit Hepatitis-A-Viren kommen weltweit sehr häufig vor: Man schätzt, dass sich jährlich mehrere 10 Millionen Menschen damit anstecken. Schwere Erkrankungen treten vor allem bei Erwachsenen auf und enden in 1 bis 2% der Fälle tödlich. Die Erreger werden über den Darm ausgeschieden und gelangen so in den Nahrungskreislauf.

 

 



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