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13.02.2009

Tumore sind rechts im Darm gefährlicher als links

Darmpolypen sind rechts gefährlicher als linksDarmtumore entstehen in der Regel aus zunächst gutartigen Vorstufen, den Polypen, die während einer Darmspiegelung erkannt und entfernt werden können. Regelmäßige Untersuchungen des Darms durch einen ausgebildeten Gastroenterologen bzw. Endoskopiker sind daher unerlässlich, um Darmtumore rechtzeitig zu erkennen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Kanadische Mediziner haben kürzlich festgestellt, dass eine Darmspiegelung stärker vor Krebs im linken als im rechten Abschnitt des Dickdarms schützt (Ann Intern Med 2009, 150: Seite). Darmpolypen sind im oberen Abschnitt des Dickdarms - dem rechtsseitigen Dickdarm  - offenbar besonders schwer zu identifizieren. Die Ursachen liegen Experten zufolge vermutlich in der Durchführung einer Darmuntersuchung. „Im rechten Dickdarm ist die  Darmreinigung oft schlechter. Zudem sind Vorstufen der Tumore unter Umständen weniger auffällig: Sie sind seltener „gestielt" und sind manchmal sogar völlig flach. Dadurch können sie leichter übersehen werden", erklärt Prof. Richard Raedsch vom BDI. Da der rechte Ast des Dickdarms zudem schlechter zu erreichen ist, wird er in der täglichen Praxis möglicherweise nicht immer genau genug untersucht.

Untersuchung durch Spezialisten erforderlich

Darmtumore sind rechts gefährlicher als linksDie Ergebnisse der Studie zeigen aber auch, dass eine Darmspiegelung die Gefahr von Darmkrebs deutlich senken kann. „Eine Koloskopie kann das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, um mindestens 60 bis 70% reduzieren", sagt Prof. Raedsch. Die Genauigkeit der Untersuchung hänge dabei besonders von der Güte der Darmreinigung sowie Sorgfalt und Erfahrung des Arztes ab: Darmtumore und ihre Vorstufen sind manchmal schwer von gesundem Gewebe zu unterscheiden. Ohne eine qualifizierte Ausbildung und langjährige Erfahrung können kleine oder versteckt liegende Polypen leicht übersehen werden.

Ab 50 Jahren wird Menschen ohne erhöhtes Darmkrebsrisiko alle 10 Jahre eine Spiegelung des Darms empfohlen. Die Untersuchung wird ab dem 56. Lebensjahr auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. „Menschen, in deren engerem Familienumfeld bereits Fälle von Darmkrebs aufgetreten sind, sollten aber schon früher regelmäßig ihren Darm untersuchen lassen. Wenn beispielsweise Vater, Mutter oder Geschwister vor dem 60. Lebensjahr erkranken, sollte man sich spätestens ab 40 untersuchen lassen", rät Prof. Raedsch.

 

 



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