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19.02.2009

Dramatische Zunahme von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

In Deutschland leiden rund 300.000 Menschen an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Nach jüngsten Erkenntnissen nahm die Zahl der stationären Behandlungen dieser Krankheiten allein in Österreich in den vergangenen 10 Jahren um 270% zu. Magen-Darm-Experten äußerten sich auf einem Fachkongress in Hamburg besorgt über zu späte Diagnosestellung und Stigmatisierung der Erkrankten.

Über die Ursachen von chronisch entzündlichen Darm-Erkrankungen ist noch recht wenig bekannt. Eine genetische Veranlagung in Kombination mit Umweltfaktoren wie Ernährung und frühkindlichem Kontakt mit Infektions-erregern gelten den Angaben zufolge aber als wahrscheinlich. Außerdem gibt es ein auffälliges Gefälle der Erkrankungsraten zwischen Nord- und Südeuropa sowie West- und Osteuropa.

Rauchen gefährdet den Darm

Ein besonderer Risikofaktor ist zudem das Rauchen. Rauchen verschlimmert den Verlauf der entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn dramatisch. Es wirkt sich besonders negativ auf die ohnehin von der Krankheit angegriffene Darmschleimhaut und das Immunsystem aus. Erkrankte Raucher sprechen schlechter auf Therapiemaßnahmen an und müssen daher öfter operiert werden. Sie erleiden zudem die gefährlichen Krankheitsschübe häufiger als Patienten, die nicht rauchen.

Sorge bereitet den Ärzten, dass bei vielen Patienten 3 und mehr Jahre bis zur richtigen Diagnose vergehen. Unzureichend behandelt sind schwere Komplikationen und unumkehr-bare Schäden wahrscheinlicher. Häufig sind bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Begleiterkrankungen an Gelenken, Haut, Leber und anderen Organen. Auch das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, ist über die Jahre bei dieser Gruppe um das bis zu 10fache erhöht.

 

 



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