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18.03.2009

Ebola-Infektion: Vorsicht vor Kontakt mit Fledermäusen und Affen in den Tropen

Nach dem möglicherweise ersten Fall einer Ebola-Infektion in Deutschland raten Tropenmediziner Reisenden in Risikogebiete, den Kontakt mit Fledermäusen und Affen zu meiden. Die Wissenschaftlerin vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg war zwar während der Arbeit im Labor mit Ebola-Viren in Kontakt gekommen, aber auch Urlauber stecken sich immer wieder mit Viren an, die so genannte hämorrhagische Fieber auslösen können. So war im Sommer 2008 eine niederländische Touristin nach einem Höhlenbesuch in Uganda an einer Infektion mit Marburg-Viren gestorben.

„Wir wissen, dass Fledermäuse tödliche Erreger wie Ebola- oder Marburg-Viren übertragen können. Offenbar kann eine Infektion nicht nur durch Bisswunden oder den Verzehr dieser Tiere erfolgen, es gibt auch Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Ausscheidungen gefährlich sein kann", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Fledermäuse gehören in manchen Teilen Afrikas auch zur Beute von Affen, die wiederum von Menschen gejagt und verzehrt werden. So kommt es immer wieder zu Ausbrüchen dieser hämorrhagischen Viruserkrankungen, die sehr häufig tödlich enden. Touristen sollten daher sehr vorsichtig sein und in den Verbreitungsgebieten von Marburg- und Ebola-Viren auf Höhlenbesuche verzichten, insbesondere wenn diese Fledermäuse beherbergen", rät Prof. Löscher.

Urlauber kennen Gesundheitsrisiken nicht

Bis zu 80% der Reisenden kennen einer Umfrage unter europäischen Urlaubern zufolge die möglichen Gesundheitsgefahren im Reiseland nicht. „Die Praxis in unserer reisemedizinischen Ambulanz bestätigt leider, dass die meisten Reisenden nur unzureichende Informationen über ihre Urlaubsländer haben", kritisiert der Tropen- und  Reisemediziner. Wer nach der Rückkehr aus den Tropen über Unwohlsein oder Fieber klagt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. „Gerade bei tropischen Fiebererkrankungen kann jede Stunde zählen. Viele Tropenerkrankungen können bei rechtzeitiger Entdeckung auch behandelt werden", sagt Löscher. Eine Therapie von hämorrhagischen Erkrankungen wie Marburg-, Ebola- oder Lassa-Fieber gibt es allerdings noch nicht: 25 bis 90% der Erkrankten sterben.  

 

 


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