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21.06.2007 Herpes-Viren schützen möglicherweise vor Infektionen
Obwohl die Mäuse-Herpes-Viren den bei Menschen auftretenden Erregern sehr ähnlich sind, müssen diese Ergebnisse beim Menschen erst noch bestätigt werden. Nichtsdestotrotz lassen die neuen Ergebnisse vermuten, dass manche Viren oder Bakterien nicht nur den Körper schädigen, sondern ihn bei der Abwehr weiterer Infektionen unterstützen können. Demnach wären manche Erreger im Laufe der Evolution zu einem Bestandteil des körpereigenen Immunsystems geworden. Diese Erkenntnis könnte Auswirkungen auf die Erforschung von Erkrankungen des Immunsystems sowie Impfstoffen haben. „Denn wenn Herpes-Viren auch beim Menschen die Immunabwehr gegen andere Krankheitserreger stärken, könnten Maßnahmen gegen die Viren kontraproduktiv sein", gibt Dr. Walger zu Bedenken. Außerdem werden viele Untersuchungen an virusfreien Versuchstieren vorgenommen und könnten daher zu falschen Ergebnissen führen. Es gibt verschiedene Arten von Herpes-Viren, die den menschlichen Körper befallen. Dazu zählen unter anderem das Mund- und Genital-Herpes-Virus, das Windpocken-Virus (Varizellen-Virus) sowie das Eppstein-Barr-Virus, welches das Pfeiffersche Drüsenfieber verursacht. Typisch für alle Herpes-Viren ist, dass die Erstinfektion häufig unbemerkt ohne Symptome verläuft. Erst so genannte „Reaktivierungen" führen zu Symptomen, z. B. zu einer Gürtelrose bei Windpocken-Viren oder schmerzhaften Bläschen an Lippen oder Genitalien beim Lippen- oder Genital-Herpes. Manchmal treten die Symptome nur einmalig auf, in anderen Fällen kehren sie mehr oder weniger häufig wieder. Viele Menschen werden mit Herpes-Viren infiziert, ohne dass es jemals zu Krankheitszeichen kommt. Weitere Meldungen zum Thema:
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Amerikanische Wissenschaftler konnten zeigen, dass Mäuse, die mit verschiedenen bakteriellen Krankheitserregern infiziert waren, höhere Überlebenschancen hatten, wenn sie gleichzeitig Herpes-Viren im Körper trugen. Entscheidend für die schützende Wirkung war, dass sich die Viren in einer Ruhephase befanden. Während einer aktiven Infektionsphase beeinflussten sie die Entwicklung anderer Krankheitserreger dagegen nicht. Die Forscher fanden auch heraus, dass die Viren das Immunsystem dazu anregen, einen Botenstoff, das so genannte Interferon Gamma, zu produzieren. „Dieses Signalmolekül setzt das Immunsystem förmlich in erhöhte Alarmbereitschaft, so dass es Infektionen durch Bakterien besser abwehren kann", so Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). 

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