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30.03.2009

Nierensteine können Hinweis auf Gicht sein

Nierensteine können auf erhöhte Harnsäure-Werte im Blut hindeuten und somit erste äußere Anzeichen für eine Gicht-Erkrankung sein. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) gibt deshalb detaillierte Tipps zu einer geeigneten Ernährung für Gicht-Patienten.

Gicht entsteht durch eine zu hohe Harnsäure-Konzentration im Blut. Leicht erhöhte Harnsäure-Spiegel rufen jedoch in den meisten Fällen keine Symptome hervor und bleiben daher oft jahrelang unbemerkt. „Bei zu hohen Harnsäure-Spiegeln können sich Harnsäure-Kristalle in den Nieren ablagern und Nierengrieß oder Nierensteine bilden. In 40% der Fälle treten diese vor dem ersten Gichtanfall auf", warnt Prof. Uwe Heemann, Nephrologe an der Technischen Universität München. Bei diesen Patienten komme es erst später zu den typischen Gichtbeschwerden wie starken Gelenkschmerzen und -schwellungen.

Anhand der Zusammensetzung der Steine kann der Arzt Rückschlüsse auf ihre Ursache ziehen. „Bei etwa 15% der Patienten mit Nierensteinen bestehen die Steine aus Harnsäure-Salzen - man bezeichnet sie auch als Urat-Steine. Diese Patienten entwickeln neben einer klassischen Gicht oft eine chronische Nierenschädigung und müssen unbedingt behandelt werden", rät Prof. Heemann. Welche Art von Nierensteinen vorliegen, müsse von einem Spezialisten analysiert werden.

Purinarme Ernährung kann vor Gicht schützen

Harnsäure ist ein Produkt des Zellstoffwechsels und entsteht beim Abbau von Purinen. Diese sind Bestandteil der Erbsubstanz DNA und werden unter anderem über die Nahrung aufgenommen. Deshalb sollten sich Patienten mit Urat-Steinen besonders ausgewogen ernähren und auf eine Purin-arme Ernährung achten. „Die Obergrenze für Purine liegt bei 500 Milligramm täglich. Zu den Purin-armen Lebensmitteln zählen Milchprodukte, Eier, Obst und Gemüse - nicht jedoch Spinat, Erbsen, Spargel, Linsen oder Erdnüsse. Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Saftschorlen, Kräuter- und Früchte-Tees. Betroffene sollten zudem mindestens 3 Liter pro Tag trinken, um die Harnsäure-Konzentration im Urin zu verringern", empfiehlt Prof. Heemann. Alkoholische Getränke meiden Patienten mit Urat-Steinen dagegen lieber, dies gilt insbesondere für Bier: „Bier hat nämlich einen hohen Purin-Gehalt", so der Nierenspezialist.

 

 



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