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30.04.2009

Behandeln Ärztinnen Herz-Patienten sorgfältiger?

Durch eine bessere medikamentöse Therapie hat sich die Lebenserwartung von Patienten mit chronischer Herzschwäche in den letzten beiden Jahrzehnten erhöht und die Lebensqualität deutlich verbessert. Im Vergleich zu Männern werden Frauen allerdings oft später und nicht ausreichend behandelt. Ein weiterer Einflussfaktor könnte auch das Geschlecht des behandelnden Herz-Spezialisten (Kardiologen) sein.

Um diese Frage zu beantworten, untersuchten Mediziner der Universität des Saarlandes die Rolle des Geschlechts des Patienten sowie des behandelnden Arztes auf die leitliniengetreue Behandlung der chronischen Herzschwäche. Dabei zeigte sich, dass weibliche Ärzte mehr Patienten mit den erforderlichen Medikamenten behandeln und diese auch höher dosieren. Zudem machten Ärztinnen keinen Unterschied bezüglich des Geschlechts ihrer Patienten. Obwohl in der Gesamtgruppe männliche sowie weibliche Patienten gleich gut therapiert wurden, behandelten männliche Ärzte demgegenüber weibliche Patienten deutlich seltener und mit niedrigeren Dosierungen der erforderlichen Medikamente. Darüber hinaus spielt den Wissenschaftlern zufolge auch das Geschlecht des Patienten eine Rolle: Im Vergleich zu Männern wurden weibliche Patienten seltener sowie in geringerer Dosierung mit Medikamenten behandelt, z. B. ACE-Hemmer bzw. AT1-Antagonisten und Beta-Blocker.

Die Untersuchung bestätigt damit die Ergebnisse bei anderen Erkrankungen, dass nämlich  das Geschlecht der Patienten und des behandelnden Arztes die Behandlung beeinflussen kann. Grund dafür könnte die Missinterpretation bzw. das Unterschätzen der Symptome weiblicher Patienten sein. Die saarländischen Forscher vermuten zudem, dass weibliche Ärzte mehr Zeit pro Patienten-Arztkontakt aufwenden und ihre Patienten eher in die Therapie-Entscheidungen mit einbeziehen. Dadurch könnte sich die Einnahmetreue der verschriebenen Medikamente erhöhen.

 

 

 



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