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13.06.2007 Große Krankenversicherungen bezahlen Reiseimpfungen
Als erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland hatte Ende Mai die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH, etwa 1,9 Mio Versicherte) mit einer vom Bundesversicherungsamt (BVA) genehmigten Satzungsänderung den Weg dafür frei gemacht, Reiseimpfungen als Präventivmaßnahme vor dem Auslandsaufenthalt als Satzungsleistung zu erstatten. „Die Versicherten können sich ab sofort vor der geplanten Urlaubsreise bei ihrem Arzt impfen lassen. Sie erhalten dann dafür eine Rechnung vom Arzt, die zusammen mit den Impfstoffkosten - unter Berücksichtigung der gesetzlichen Zuzahlung - bei uns eingereicht werden können", erläutert Christian Dierks, Pressesprecher der BKK Mobil Oil, die jetzt gültige Erstattungspraxis. Neben den Impfungen gegen Hepatitis (A und B) und FSME gehören auch die Impfungen gegen Tollwut, Meningokokken, Gelbfieber und Typhus in das neue Leistungspaket für die Versicherten. „Für alle Touristen, die in den Sommerferien eine Urlaubsreise ins Ausland planen, ist das eine sehr gute Nachricht. Und das gilt nicht nur für Fernreisen. Gerade für die so genannten Pauschaltouristen, die oft ein nur sehr begrenztes Budget zur Verfügung haben, bieten diese neuen Angebote die Chance einer optimalen Gesundheitsvorsorge. Bei einem Familienurlaub - östlich der Oder und südlich der Alpen - ist eine vorbeugende Impfung der Eltern und vor allem auch der Kinder gegen Gelbsucht unbedingt zu empfehlen. So zählt nicht nur die Türkei zu den Ländern mit hohem Hepatitis A- und erhöhtem Hepatitis-B-Risiko. Da Urlaubsreisen in die Türkei, nach Bulgarien oder Ägypten sehr günstig sind, haben viele Reisende die zusätzlichen Kosten für die notwendigen Impfungen bisher eher gescheut", berichtet Prof. Hans-Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut in München von seinen Erfahrungen in der reisemedizinischen Ambulanz.
Gelbsuchtgefahr im Osten und Süden EuropasExperten warnen davor, sich auf Reisen nach Osteuropa mit Hepatitis A anzustecken. Wie aus einer aktuellen internationalen Untersuchung unter der Leitung von Prof. Nothdurft hervorgeht, ist das Infektionsrisiko in einigen beliebten Urlaubsregionen Osteuropas besonders hoch. „Vor allem in den ehemaligen GUS-Staaten, Rumänien und Bulgarien kommt es immer wieder zu großen Hepatitis-A-Epidemien. Aber auch in Ländern wie der Slowakei und dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist das Virus weit verbreitet. Ein hohes Infektionsrisiko besteht ebenfalls für die Türkei und Ägypten. Und auch in Süditalien kommt es immer wieder zu Epidemien. So gab es in diesem Jahr in der Gegend von Neapel wieder eine Häufung von Fällen - wahrscheinlich ausgelöst durch den Verzehr von infizierten Meeresfrüchten. Während viele Einheimische bereits gegen diesen Erreger immun sind, kann eine Ansteckung für ungeschützte Touristen schwere Folgen haben", warnt der Reisemediziner Nothdurft. Das Hepatitis-A-Virus verbreitet sich vor allem über infiziertes Wasser und Lebensmittel, die mit diesem in Berührung gekommen sind. Etwa 10 Tage bevor die Symptome auftreten, sind Infizierte bereits ansteckend. Sie scheiden die Erreger mit dem Stuhl aus und können dann andere infizieren. Typisch für eine Infektion mit Hepatitis A - der so genannten Reisegelbsucht - sind neben Fieber, Übelkeit, allgemeiner Abgeschlagenheit und Oberbauchbeschwerden, die Gelbfärbung von Haut und Augen. Die Gelbsucht tritt allerdings nur bei 2/3 der infizierten Personen überhaupt in Erscheinung, es gibt häufig milde Verlaufsformen - besonders im Kindesalter -, die gar nicht als Hepatitis-A-Virus-Infektion identifiziert werden. Ausgelöst wird diese "Gelbsucht" durch eine Funktionsstörung der infizierten Leber - in der Folge lagern sich Gallenfarbstoffe in der Haut ab. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einiger Wochen wieder ab - in schweren Fällen kann eine Erkrankung aber zu einem längeren Krankenhausaufenthalt oder sogar - insbesondere bei älteren Menschen oder bei Vorschädigung der Leber - zum Tode führen. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 8-10 Todesfälle mit dieser Form der infektiösen Leberentzündung registriert. Gegen eine Infektion mit Hepatitis-A-Viren gibt es keine spezifische Therapie.
Aktuelle Erstattungssituation für Versicherte online abrufbarNach einer Umfrage des BDI unter den 50 größten gesetzlichen Krankenkassen (GKV) planen auch weitere Kassen, Reiseimpfungen in den Leistungskatalog für ihre Versicherten aufzunehmen. „Da sich die Erstattungspraxis von Kasse zu Kasse auch noch kurzfristig ändern kann, haben wir auf unserer Internetseite eine Liste der großen Krankenkassen erstellt, auf der Versicherte sofort sehen können, welche Krankenversicherung Reiseimpfungen erstattet und welche nicht. Diese Liste wird vor und während der Sommerreisezeit laufend aktualisiert, wenn Krankenversicherungen ihre jeweilige Erstattungspraxis ändern. Impfungen gehören zu den effektivsten medizinischen Maßnahmen, die wir zur Verfügung haben. Gerade bei Reisen in Ländern mit höheren Infektionsrisiken als Deutschland, sollte die vorbeugende Schutzimpfung - die manchmal lebensrettend sein kann - selbstverständlich sein", appelliert Dr. Wolf von Römer, Vize-Präsident des BDI aus München. „Jetzt ist die optimale Zeit, um einen Termin beim Arzt oder beim Tropeninstitut zu vereinbaren. Viele Impfungen müssen im Abstand von einigen Wochen zwei-oder dreimal gegeben werden, um einen kompletten Schutz zu erzielen. Wer also bereits Ende Juni vereist, sollte jetzt schnell seinen Arzt aufsuchen", rät von Römer. Weitere Meldungen zum Thema:
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