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11.05.2009

Krebsfrüherkennung rettet Leben

Krebsvorsorge rettet LebenUntersuchungen zur Früherkennung von Krebs sind ein unverzichtbarer Teil der Krebsprävention. Darauf weisen die Berufsverbände der Frauenärzte (BVF) und der Deutschen Internisten (BDI) hin. Eine Vielzahl medizinischer Studien belegt, dass Programme zur Krebsfrüherkennung die Heilungschancen deutlich erhöhen. Anderslautende Medienberichte haben daher keine Grundlage.

Die Verbände reagieren damit auf Behauptungen, die jüngst in den Medien aufgestellt wurden und die den Nutzen von Programmen zur Krebsfrüherkennung in Frage stellen und vor vermeintlichen Risiken warnen. „Krebserkrankungen können in jedem Lebensabschnitt auftreten. Die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten sind meist umso besser, je eher eine Krankheit erkannt wird. Früherkennungsuntersuchungen sind deshalb ein wesentlicher Teil der Prävention. Wer wie manche selbst ernannte Experten von „Vorsorge-Propaganda" spricht, handelt schlicht verantwortungslos", warnt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI.

Weniger Tote durch Darmkrebsvorsorge

Das durchschnittliche Risiko, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt in Deutschland bei 5%. „Hierzulande erkranken jedes Jahr über 50.000 Menschen an Darmkrebs, jeder 2. der Betroffenen stirbt innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose", sagt Dr. Berndt Birkner vom BDI. Studien hätten jedoch ergeben, dass Untersuchungen zur Darmkrebsprävention in den vergangenen 5 Jahren jährlich 1.000 Todesfälle verhindert haben. „Eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, um mindestens 60 bis 70% reduzieren. Einer Hochrechnung zufolge werden Darmuntersuchungen mittels Koloskopie zwischen 2002 und 2010 bis zu 15.000 Menschen das Leben retten", betont Dr. Birkner. Zudem lassen sich solche Erfolge mit keiner anderen Methode so schonend erreichen: „Die Komplikationsrate bei einer Darmspiegelung liegt heute im Promille-Bereich - sie gehört damit zu den sichersten medizinischen Methoden überhaupt. Es ist deshalb völlig ungerechtfertigt, Angst vor vermeintlichen Komplikationen zu schüren", kritisiert der Gastroenterologe aus München.

Mammografie-Screening senkt Sterblichkeit an Brustkrebs

KrebspräventionWeil auch bei Brustkrebs das Diagnosestadium maßgeblicher Faktor für die weitere Prognose ist, ist die Früherkennung extrem wichtig, um Krankheitsfolgen zu begrenzen und die Überlebenschancen zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund wurde das Mammografie-Screening ins Leben gerufen, denn es ist in der Lage, kleine, noch nicht tastbare Tumoren zu entdecken, um dadurch die Versorgung von Brustkrebs frühzeitig anzustoßen. So können Tumore entdeckt werden, die noch klein sind und keine Metastasen verbreitet haben. „Bei einem Tumor von 1,5 Zentimeter Größe liegt die Heilungschance heutzutage bei über 90%. Ein frühzeitig entdeckter Tumor bringt nicht nur bessere Heilungschancen mit sich, sondern meist ist auch die Behandlung deutlich weniger einschneidend für die Frau und vermag deren Lebensqualität zu verbessern", erklärt Dr. Peter Hauser, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Bayern.

Dass die Sterblichkeit an Brustkrebs durch eine regelmäßige Röntgenuntersuchung der Brust gesunder Frauen insgesamt gesenkt werden kann, sei durch Studienergebnisse von organisierten Mammografie-Screening-Programmen in mehreren Ländern hinreichend belegt. „Nach jüngeren Studienergebnissen aus den Niederlanden darf erwartet werden, dass pro 1.000 Screening-Teilnehmerinnen über den Zeitraum von 10 Jahren 6 Brustkrebs-Patientinnen gerettet werden. Angesichts der mehr als 10 Millionen anspruchsberechtigten Frauen wären dies bei entsprechend hoher Teilnehmerzahl bis zu 60.000 Frauen", so Prof. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie.

Aufklärung in den letzten Jahren deutlich verbessert

Auch Vorwürfe gegen eine unzureichende Aufklärung von Screening-Teilnehmerinnen seien nicht haltbar. „Gerade beim Mammografie-Screening und Brustkrebs werden neue Standards hinsichtlich der Aufklärung und Information von Frauen gesetzt. Im vergangenen Jahr wurde vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Kooperationsgemeinschaft Mammographie eine umfassende Broschüre mit präzisen Informationen herausgegeben. Sie veranschaulicht den Ablauf des Programms, beschreibt den Nutzen und verschweigt die Risiken nicht. Diese Patienten-Information unterstützt Frauen bei ihrer persönlichen Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme", berichtet der Brustkrebs-Experte, Prof. Wallwiener. Die Broschüre ist kostenlos auf der Internetseite des DKFZ und Kooperationsgemeinschaft Mammographie erhältlich.

 

 

 



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